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In Mecklenburg-Vorpommern gilt seit heute Stallpflicht: Hier werden gerade Puten in die Stallanlagen getrieben. 

Kommt die Stallpflicht für Geflügel?

Vogelgrippe-Verdacht in Bayern: Tote Tiere nicht berühren

Starnberg - Die Vogelgrippe breitet sich weiter aus. Nun gibt es auch im Landkreis Starnberg einen Verdachtsfall. Womöglich wird die Stallpflicht bald auf ganz Bayern ausgeweitet.

Unter Bayerns Geflügelhaltern geht die Angst um: Die Vogelgrippe breitet sich weiter aus. Auch im Kreis Starnberg gibt es jetzt einen Verdachtsfall. Spaziergänger haben nahe dem Dampfersteg in Breitbrunn eine tote Seeschwalbe gefunden. Eine erste Untersuchung des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ergab, dass sich das Tier vermutlich mit dem Virus infiziert hat. Die endgültigen Ergebnisse werden am heutigen Montag erwartet. 

„Wir gehen davon aus, dass sich der Verdacht bestätigen wird“, sagt Johannes März vom Starnberger Veterinäramt. Vorsorglich wurde im Umkreis von drei Kilometern eine Stallpflicht für Geflügel erlassen. Betroffen sind Teile von Inning, Seefeld, Wörthsee und Herrsching. In der Zone gibt es 16 Geflügelhalter mit rund 7850 Tieren.

Der Starnberger Fall ist der zweite im Freistaat. Bereits am Donnerstag wurden am Bodensee vier infizierte Reiherenten, zwei Möwen und ein Schwan gefunden (wir haben berichtet). Womöglich wird die Stallpflicht deshalb in den nächsten Tagen auf ganz Bayern ausgeweitet, vermutet Bernd Adleff, Vorsitzender des Landesverbands der bayerischen Geflügelwirtschaft. „Ein Fleckerlteppich macht keinen Sinn“, erklärt er. In Mecklenburg-Vorpommern gilt die landesweite Stallpflicht bereits jetzt. Nutzgeflügel steckt sich mit dem gefährlichen H5N8-Virus in der Regel durch den direkten oder indirekten Kontakt mit Wildvögeln an. Infizierte Vögel scheiden den Erreger über den Kot aus. Auch das Trinkwasser oder Einstreu können kontaminiert sein. Zurzeit ist die Gefahr wegen des Vogelzuges besonders groß.

„Wie die Verbreitung genau gelaufen ist, weiß man nie sicher“, so Adleff. In Schleswig-Holstein ist die Vogelgrippe in einer von der Außenwelt abgeschotteten Hühnerhaltungsanlage ausgebrochen. 30 000 Hühner müssen getötet werden. Wie es zur Infektion gekommen ist, darüber rätseln selbst Experten noch. Das Friedrich-Löffler-Institut untersucht den Fall. Normalerweise ist eher Geflügel aus Freilandhaltung gefährdet, mit der Vogelgrippe infiziert zu werden.

Sobald das Virus in einem Betrieb festgestellt wurde, müssen dort vorsorglich alle Tiere getötet werden. Die Landwirte bekommen zwar den Wert erstattet, ein finanzieller Verlust ist es für sie aber trotzdem. „Sechs Wochen bleibt der Mastbetrieb in der Regel zu“, sagt Adleff. Auch die umliegenden Geflügelhalter sind betroffen, aus dem Gebiet dürfen keine Tiere raus oder rein transportiert werden. „Je konsequenter man die Regeln umsetzt, desto besser kriegt man die Situation in den Griff“, so Adleff. „Aber wie lang die Grippe dauert, kann kein Mensch voraussagen.“

Um die Epidemie schnell einzudämmen, sollen sich Landwirte sofort bei den Behörden melden, wenn sie Todesfälle bemerken, die ihnen ungewöhnlich erscheinen. Auch Bürger werden gebeten, das Veterinäramt zu verständigen, wenn sie tote Wildenten, Wildgänse oder Schwäne finden. „Auf keinen Fall sollte man sie berühren“, erklärt Johannes März. Er rät außerdem, Hunde im Uferbereich von Seen anzuleinen. Für Menschen kann ein Infektionsrisiko nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, bis jetzt hat sich aber noch niemand mit dem H5N8-Virus angesteckt. 

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