S-Bahn-Chaos: Ausfälle auf der Stammstrecke

S-Bahn-Chaos: Ausfälle auf der Stammstrecke

Mindestens 440 Paare

Vogelschützer melden Störche-Rekord in Bayern

Geiselwind/Hilpoltstein – In Bayern brüten so viele Störche wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Vogelexperten erklären den Grund für den Boom.

Es klappert wieder ordentlich in Bayern: Im Freistaat leben heuer so viele Störche wie seit mehr als 100 Jahren nicht. „Bis jetzt haben wir mindestens 440 Paare gezählt. Im vergangenen Jahr hatten sich gut 420 Weißstorch-Paare in Bayern niedergelassen“, sagte Expertin Oda Wieding vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) am Mittwoch in Hilpoltstein. Die stetige Zunahme sei vor allem darauf zurückzuführen, dass immer mehr Störche auf die beschwerliche und gefährliche Reise nach Afrika verzichten und stattdessen in Spanien überwintern. Die Verluste seien deshalb deutlich geringer. „Der Zug von rund 10 000 Kilometern ist sehr anstrengend, den überleben viele nicht“, sagte die Biologin weiter.

In Bayern bauen die meisten Störche im Altmühltal und im Aischtal (Mittelfranken) und in Schwaben ihre Nester. Dort gebe es mittlerweile richtige Kolonien. „In Uehlfeld beispielsweise gibt es allein etwa 20 Nester. Das hätten wir früher nicht geglaubt.“ Sorgenkind für den LBV bleibt Unterfranken. Grund dafür ist, dass der Boden in der Region für die Störche vielerorts zu trocken ist.

Unterfranken ist das Sorgenkind

In Unterfranken weiß der LBV von nur drei Storchenpaaren. Eines davon, ein Paar in Geiselwind (Landkreis Kitzingen), hat vor wenigen Tagen Nachwuchs bekommen. Das Paar hatte sich auf dem Dach der Pfarrkirche St. Burkhard niedergelassen. „Wir haben 2012 extra das Nest mit einer Edelstahlplatte mit Löchern und einem richtigen Rost befestigt. Seitdem hatten wir jedes Jahr Glück“, sagte Geiselwinds Bürgermeister Ernst Nickel am Mittwoch.

Seit einer Woche warten nun vier hungrige Küken dort täglich auf ihr Futter. „Ein ein bis zwei Monate altes Küken braucht etwa ein Kilogramm Futter am Tag. Das entspricht etwa 20 Mäusen oder 1100 Regenwürmern“, sagte Wieding weiter. Umso wichtiger sei es, dass es rund um die Nester der Störche ausreichend feuchte Wiesen gibt. „Die Vielfalt der Flächen ist wichtig.“ Nun hoffen Experten und Storchenfreunde, dass die Küken im Freistaat die kühle und nasse Zeit überstehen.

Weißstörche in Bayern werden seit 1980 offiziell erfasst. Damals wurden nicht einmal 60 Paare gezählt. Um 1900 herum waren es etwa 250 Brutpaare.

dpa

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