Das sagen die Zahlen über uns

Vogelwildes Statistik-Buch: So sind wir Bayern

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München - Zahlen, bitte! Wer wissen will, wie sich der Bayer statistisch so macht, sollte das Buch „Total alles über Bayern“ lesen. Hier lernt man sogar, wie viel Bier in die Allianz-Arena hineinpasst.

Statistiken sind eine wunderbare Sache: herrlich oberflächlich und im besten Fall wahnsinnig überraschend. Oder wussten Sie, dass in Bayern jeden Tag 14 540 Schweine geschlachtet und 169 Ehen geschlossen werden? Nicht? Haben wir uns gedacht.

Die Grafik zeigt die beliebtesten Familien-, Vor- und Kuhnamen in Bayern. Klicken Sie hier zum Vergrößern.

Zugleich melden unterm weiß-blauen Himmel täglich neun Firmen Insolvenz an, 125 Baugenehmigungen werden erteilt, und es spült genau 5 463 835,62 Euro an Kirchensteuern in die heiligen Kassen. Außerdem gibt der Bayer deutschlandweit das meiste Geld für Wurst aus, nämlich 372 Euro pro Jahr und Magen.

Bayerisches Schlaubi-Schlumpf-Wissen. Wer mehr davon braucht, weil er die Oma beeindrucken will, süchtig nach Zahlen ist oder beides, der sollte sich das Buch „Total alles über Bayern“ von Martin Wittmann besorgen. Schöner wurden schlaue Fakten über Bayern noch nie aufbereitet, und das auch noch zweisprachig.. Allerdings hat das Buch auch Schocker auf Lager. Im Freistaat gibt es die meisten Pilzvergiftungen – 43 Prozent aller bundesweit gemeldeten.

Noch so ein Horror: Bayern hat die mieseste Beicht-Quote, wenn’s ums Fremdgehen geht. Nur 32 Prozent der Bayern erzählen dem Partner vom Seitensprung. Auweia.

München hat, auch das ist nicht ehrenhaft, den höchsten Kaufpreis für Eigentumswohnungen – im Schnitt 4155 Euro pro Quadratmeter. Man sieht: Selbst als Bayer ist das Leben nicht immer ein Volksfest. Das Böse ist auch hier immer und überall. 1069 Räuber und Erpresser leben unter uns, 4498 Urkundenfälscher, aber auch 14 489 Waldorfschüler und 301 Lokführer, die einen, wenn es schlimm wird, ratzfatz außer Landes bringen könnten.

Im Freistaat gibt es, natürlich, die meisten Brauereien bundesweit, nämlich 622. Es folgt Baden-Württemberg mit nur 185. In der weltweiten Bier-Produktion liegt Deutschland aber zurück. Klicken Sie hier zum Vergrößern.

Aber so schlimm ist es natürlich auch wieder nicht. Bayern ist eine Erfolgsgeschichte, das weiß auch die Statistik. Bayern hat die niedrigste Arbeitslosenquote (3,5 Prozent), das höchste verfügbare Nettoeinkommen (1631 Euro), die höchste Nachtclub-Dichte, den Ort mit der höchsten Ärzte-Dichte (Starnberg), den mit den meisten Einkommensmillionären (Starnberg), den mit der höchsten Lebenserwartung (Starnberg, schon wieder, zefix).

Können Sie noch? Dann kommen wir zum Essen. Der Durchschnittsbayer isst pro Tag 162 Gramm Brot, 41 Gramm Fleisch, 214 Gramm Obst und sieben Gramm Knabberzeug, wohingegen die Durschnittsbayerin gerade mal 24 Gramm Fleisch und 120 Gramm Brot isst. Ttrotzdem sind 41 Prozent von ihnen übergewichtig. Bei den bayerischen Männern sind’s sogar 59 Prozent.

Noch ein Statistik-Schmankerl für Hopfen und Malz liebende Fußballfans: Bayerns Brauereien brauen im Jahr 24 Millionen Hektoliter Bier. Damit, das haben schlaue Menschen ausgerechnet, könnte man die Allianz-Arena zu 82 Prozent füllen. Herrlich! Oder gruselig? So sind sie halt, die Statistiken.

Stefan Sessler

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