Vohenstrauß-Mord: Anklage nicht mehr in diesem Jahr

Vohenstrauß - Die Ermittlungen zu einem Mordfall sind schwierig und langwierig. Auch, wenn der mutmaßliche Täter bereits gestanden hat und festgenommen wurde. Das zeigen die Entwicklungen beim Messerangriff in Vohenstrauß, durch den eine junge Mutter ums Leben kam.

Gegen den mutmaßlichen Mörder der jungen Mutter aus Vohenstrauß (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) wird die Staatsanwaltschaft wohl nicht mehr in diesem Jahr Anklage erheben. Bei solch einem schweren Fall dauere es, bis alle Details geklärt seien, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer am Donnerstag der dpa in Weiden. “Wir haben momentan weiter den dringenden Verdacht, dass er der Täter ist.“ Der 22-Jährige soll die junge Frau Anfang November erstochen haben. “Er streitet es ja auch nicht ab“, sagte Schäfer. Der mutmaßliche Mörder hatte angegeben, sich nicht an das Geschehen erinnern zu können.

Die Tatwaffe sei vermutlich ein Küchenmesser, das der Mann zum Tatort mitgebracht habe. Die beiden hatten sich nach bisherigen Erkenntnissen im Sommer über ein Internetspiel kennengelernt. Der 22-Jährige sei vermutlich in die Frau verliebt gewesen und nicht damit klargekommen, dass sie seine Gefühle nicht erwidert habe. “Da gibt es im Moment keinen anderen denkbaren Grund“, sagte der Oberstaatsanwalt. Bislang sei der Mann noch nicht psychologisch untersucht worden.

Die Polizei im hessischen Bad Hersfeld, der Heimatstadt des Mannes, hatte zuvor berichtet, gegen ihn 2010 Ermittlungen wegen Stalkings geführt zu haben. “Das scheint falsch zu sein“, sagte Schäfer. “Uns ist trotz Nachforschungen kein früherer Fall bekannt.“

Rubriklistenbild: © dpa

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