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Bluttat im Landkreis Kelheim: Zwei Tote und eine Schwerstverletzte

Volkenschwand: Aufwendiger Prozess nach spektakulärem Doppelmord

Volkenschwand - Der Doppelmord von Volkenschwand ist eines der grausamsten und spektakulären Verbrechen der vergangenen Jahre in Bayern - nun muss sich von Montag an ein Tatverdächtiger aus München vor Gericht verantworten.

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Bluttat: Zwei Tote und eine Schwerstverletzte

Der 36 Jahre alte Mann soll einen querschnittgelähmten 55-Jährigen und dessen 53 Jahre alte Ehefrau umgebracht haben. Die Putzfrau des Paares überlebte den Raubüberfall trotz zweier Kopfschüsse schwer verletzt. Der Münchner ist wegen zweifachen Mordes, Mordversuchs und weiterer Straftaten angeklagt.

Schon im Vorfeld zeichnet sich ein aufwendiger Indizienprozess ab, bei dem 54 Zeugen und 6 Gutachter vernommen werden sollen. Die Strafkammer des Regensburger Landgerichtes hat zunächst bis Anfang Mai 13 Verhandlungstage eingeplant. Der Angeklagte hat stets bestritten, für den Doppelmord verantwortlich zu sein. Sein Verteidiger hat erhebliche Zweifel an der von der Staatsanwaltschaft vermuteten Tatversion und rechnet mit einer komplexen Beweisaufnahme. “Es wäre keine Überraschung, wenn die 13 Verhandlungstage nicht ausreichen“, meint Anwalt Andreas Schwarzer.

Zunächst soll der Münchner von dem im Rollstuhl sitzenden Geschäftsmann in dessen häuslichen Büro Bargeld gefordert haben. Dann soll er dem 55-Jährigen die Kehle durchgeschnitten und noch mehrfach auf den sterbenden Mann eingestochen haben. Die herbeieilende Ehefrau soll vom Beschuldigten mit einem gezielten Genickschuss förmlich hingerichtet worden sein. Der damals 32-jährige Haushaltshilfe wurde in den Hinterkopf und in die Stirn geschossen. Die Frau überlebte trotz ihrer schweren Verletzungen. Nach dem von den Ermittlern angenommenen Ablauf muss die Mitarbeiterin rund sechs Stunden mit den Kopfschüssen in dem Haus gelegen haben, ehe die Bluttat entdeckt wurde.

Doch der Tatzeitpunkt ist strittig, da es so lange gedauert hat, bis der Überfall bemerkt wurde. “Die Tatzeit muss man erst einmal feststellen“, sagt Verteidiger Schwarzer. Sollte das Verbrechen später als in der Anklage beschrieben stattgefunden haben, habe sein Mandant ein Alibi. Ob die Hauptzeugin, die niedergeschossene Angestellte des Paares, in dem Prozess Hinweise auf den Täter geben kann, ist ungewiss. Sie soll zwar vor Gericht aussagen - nachdem sie nach der Tat allerdings zunächst im Koma lag, konnte sie sich bislang an den Überfall nicht erinnern.

Der beschuldigte 36-Jährige war im Februar 2009 nach einer Razzia in drei Bundesländern festgenommen worden. Damals hatten Polizisten mit Unterstützung von Spezialeinheiten mehrere Wohnungen im Landkreis Freising, in München, im baden-württembergischen Lörrach und in Hamburg durchsucht. Auf den nun Angeklagten kamen die Ermittler, weil seine Ehefrau früher Fahrerin des getöteten Finanzmaklers war. Daher soll der 36-Jährige gewusst haben, dass das Paar wertvollen Schmuck und Geld hat. So soll er nach dem Doppelmord das Haus durchsucht haben und Diamant-Ohrringe sowie weiteren Schmuck im Wert von insgesamt 24 000 Euro, Handys, Laptops und Kameras gestohlen haben.

Laut Verteidiger Schwarzer räumt der Angeklagte ein, dass er etwas mit dem Fall zu tun hat. “Dass er den Hinweis auf einen lohnenden Diebstahl gegeben hat, das ist klar.“ Nach dem Verbrechen will der 36-Jährige Schmuck als Belohnung erhalten haben. Bereits am späten Nachmittag des Tattages hatte er in einem Leihhaus in München eine Halskette zu Barem gemacht. Später hatte die Sonderkommission der Kripo die Tatwaffe im Umfeld des Mannes sichergestellt, daran waren DNA-Spuren des 36-Jährigen. Auch das sieht Schwarzer nicht als ausreichenden Beweis an. “Das heißt nur, dass er irgendwann irgendwie in den Besitz der Tatwaffe gekommen ist“, sagte der Münchner Rechtsanwalt. “Aber das heißt noch nicht, dass er am Tatort war - und das ist das Entscheidende.“

dpa

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