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In dem Einfamilienhaus in Volkenschwand wurde das Ehepaar ermordet.

Doppelmord in Volkenschwand: Angeklagter schweigt

Volkenschwand - Im Prozess um den grausamen Mord an einem Ehepaar im niederbayerischen Volkenschwand hat sich der angeklagte 36-Jährige zu dem Tatvorwurf nicht geäußert.

Er soll einem querschnittgelähmten Finanzmakler bei einem Raubüberfall die Kehle durchgeschnitten und dessen Ehefrau mit einem Genickschuss umgebracht haben. Seit Montag steht wegen des Doppelmordes im niederbayerischen Volkenschwand ein 36-Jähriger vor dem Regensburger Landgericht. Zu Beginn des Prozesses äußerte sich der aus München stammende Angeklagte nicht zu dem Tatvorwurf.

Bei dem Überfall soll er zudem der Haushaltshilfe des getöteten Paares zweimal in den Kopf geschossen haben. Die Frau überlebte mit schwersten Verletzungen und bleibenden Schäden. Nach Angaben seines Anwalts hat der 36-Jährige mit dem brutalen Doppelmord nichts zu tun. Er habe lediglich jemand anderem einen Hinweis gegeben, dass bei dem vermögenden Paar Bargeld und Wertgegenstände gestohlen werden könnten, sagte Verteidiger Andreas Schwarzer. “Er war nicht am Tatort.“

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der hoch verschuldete 36-Jährige sich bei einem Verwandten eine Pistole besorgt und dann im Alleingang die Bluttat begangen hat. Bei dem Überfall wurde das Haus des Paares im Alter von 53 und 55 Jahren in Volkenschwand (Landkreis Kelheim) durchwühlt. Es verschwanden edle Schweizer Armbanduhren, eine Weißgoldkette und anderer teurer Schmuck, Bargeld, Laptops, Kameras und Handys. Der Gesamtwert der Beute beläuft sich auf mehrere 10 000 Euro. Die damals 32-jährige Putzfrau lag stundenlang mit den zwei Kopfschüssen in der Wohnung, ehe das Verbrechen entdeckt wurde.

Der Münchner ist wegen zweifach Mordes, Mordversuchs und weiterer Straftaten angeklagt. Seine getrennt lebende Frau hatte kurz vor dem Verbrechen einige Monate für den im Rollstuhl sitzenden Geschäftsmann als Chauffeur gearbeitet. Über sie soll der 36-Jährige von dem Vermögen der Eheleute gewusst haben.

Bei der Polizei hatte der Münchner früher ausgesagt, dass er knapp drei Wochen vor dem Raubüberfall drei ihm nicht bekannten Männern einen Hinweis auf einen lohnenden Einbruch in das Wohnhaus der Opfer gegeben habe. Nach der Tat habe er etwa zehn Schmuckstücke sowie 1000 Euro als Belohnung erhalten. Die Sonderkommission der Kripo hatte allerdings später die Tatwaffe im Umfeld des Angeklagten gefunden. Daran waren DNA-Spuren des 36-Jährigen.

Das Regensburger Landgericht hat 13 Verhandlungstage für den Indizienprozess angesetzt, es sollen mehr als 50 Zeugen und 6 Gutachter vernommen werden. Ein Urteil wird frühestens im Mai erwartet.

dpa

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