Der Vorsitzende des Philologenverbands, Max Schmidt, stellte am Mittwoch das neue G9-Konzept vor.

Diskussion eröffnet

Vorschlag des Philologenverbands: G9-Gymnasium

München – Ein neunjähriges Gymnasium, das leistungsstarke Schüler in acht Jahren durchlaufen können. Das ist das Grundkonzept des Bayerischen Philologenverbands für ein neues G9, das am Mittwoch vorgestellt wurde. Die Diskussion ist aufs Neue eröffnet.

Zehn Jahre nach Einführung des G8 deutet alles darauf hin, dass das Gymnasium wieder vor einer grundlegenden Reform steht. Wenn es nach dem Philologenverband geht, der hier ein maßgebendes Wort mitzureden hat, wird das Gymnasium wieder im Prinzip neun Jahre dauern. Freilich mit Ausnahmen – über deren Ausgestaltung sicher noch viel diskutiert weden wird.

Das Gymnasium, wie es sich der Philologenverband wünscht, besteht aus vier Eckpunkten:

-Von der 5. bis 7. Klasse bleibt fast alles gleich. Die zweite Fremdsprache soll wie gehabt in der 6. Klasse beginnen. Es gibt in dieser Phase keine Vorfestlegung über G8 oder G9. Der Schüler geht auf ein Gymnasium, das flächendeckend neunjährig ist. Reine G8-Gymnasien soll es nicht mehr geben – es sei denn, die Schule würde ganztags und mit regulärem Nachmittags-Unterricht stattfinden. Bisher gebe es sowas in Bayern aber nirgends, sagte der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger.

-In der 8. bis 11. Klasse sollen Lehrplan und Stundentafel „entzerrt“ werden, sagte Verbandschef Max Schmidt. Es müsse ein besseres Wahlangebot geben, zusätzliche Sprachangebote und mehr Zeit für die Vertiefung. Die Stundenanzahl je Woche müsse sinken – von jetzt bis zu 34 auf maximal 32.

-Für gute Schüler soll das G9 die Möglichkeit eines „unterstützten Überspringens“ anbieten. Die Entscheidung müssen Eltern und Schüler am Ende der 8. Klasse treffen. Die zehnte Klasse fiele dann weg, der Schüler würde von der 9. in die 11. Klasse wechseln. Unklar wäre dann, ob diese Schüler schon nach der 9. Klasse automatisch die Mittlere Reife bekämen (derzeit erst nach der 10. Klasse). Für die G8-Schüler müsste Lehrstoff vor- oder nachgezogen werden. Das soll in sogenannten Addita („+A“) geschehen – ein Nachmittagsunterricht, den allein diese +A-Schüler besuchen. Dort soll es auch eigenständige Zusatzprüfungen geben – denn irgendwie muss der Schüler ja nachweisen, dass er den Zusatzstoff beherrscht. Vormittags sind sie im normalen Klassenverband, es gebe also keine „Turbo-Klassen“, sagte der Fachreferent des Verbands, Michael Schwägerl.

-Die zweijährige Oberstufe (der Verband nennt sie Q1 und Q2) soll verbessert werden – mit mehr Profilbildung.

Er sei die „Dauerdebatte, diese nicht enden wollende Kritik“ am Gymnasium leid, sagte Verbandschef Max Schmidt. Was er sich wünsche, sei „eine Art Schulkonsens“ – „wir müssen die politischen Parteien mitnehmen, und zwar alle“. Noch vor der Sommerpause soll es einen Gymnasialkongress geben, schon vorher aber soll – beispielsweise durch Beschlüsse des Landtags – ein Pflock eingeschlagen werden. Offen blieb gestern, wann das Konzept frühestens eingeführt werden könnte – und ab welcher Schülergeneration.

Dirk Walter

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