Vorsicht: Dreiste Abzocke mit Senioren

Rosenheim - Im Süden Oberbayerns treiben dreiste Betrüger ein falsches Spiel mit Senioren. Eine 85-Jährige wurde um mehr als 10.000 Euro geprellt. Das ist die Masche der Abzocker:

Mehrere ähnlich gelagerte Fälle, der auch als „Scamming“ bezeichneten oder unter dem Überbegriff „Nigeria Connection“ bekannt gewordenen Betrugsmasche, wurden in den letzten Monaten im Süden Oberbayerns bekannt. Durchwegs ältere Menschen wurden meist telefonisch, in wenigen Fällen auch per Fax, über ihren unglaublichen Gewinn - einen Luxuswagen oder einen vergleichbaren Geldbetrag - informiert. Die Anrufer gaben sich meist als Rechtsanwalt oder Notar im Auftrag eines Gewinnspielbetreibers aus. Die gute Nachricht noch nicht ganz verdaut, wurden die Senioren gebeten eine gewisse „Gebühr“, begründet als Transportkosten, Steuern, Versicherungsgebühr oder dergleichen, auf ein Konto zu überweisen.

Die Abzocker organisierten sogar ein Taxi

Eine 86-Jährige aus dem Landkreis Traunstein wurde so zu zwei Überweisungen in Höhe von mehreren hundert Euro auf Konten in Thailand und der Türkei gedrängt. Zu weiteren Transferaktionen kam es nicht – dank der Aufmerksamkeit von Bankangestellten und eines Taxifahrers am 11.05.2011. Die Annahme einer dritten Überweisung nämlich lehnte ein Bankangestellter des örtlichen Geldinstitutes ab. Seine Erläuterungen der Seniorin gegenüber fruchteten aber nicht sofort. Hilfesuchend wandte sich diese per Telefon an den „Rechtsanwalt des Gewinnspielbetreibers“.

An Dreistigkeit nicht zu übertreffen, organisierte der vermeintliche Rechtsanwalt telefonisch ein Taxi für die ältere Dame. Auf dem Weg zu einem weiteren Überweisungsversuch bei einer anderen Bank kamen dem aufmerksamen Taxifahrer jedoch Zweifel an der Rechtschaffenheit seines Auftraggebers und er informierte die Polizei.

Erst ein Gespräch mit den Beamten hielt die Frau davon ab, weitere Überweisungen zu tätigen. Auf fast identische Art und Weise wurden vier weitere Senioren aus dem Raum Traunstein und Berchtesgadener Land, im Alter zwischen 80 und 90 Jahren, um ihr Erspartes gebracht. Teilweise selbst stutzig geworden, in manchen Fällen durch aufmerksame Bankangestellte von weiteren Überweisungen abgehalten, meldeten sich die Geprellten schließlich bei der Polizei.

Seniorin überweist mehr als 10.000 Euro

 Herausragend ist der Fall einer betrogenen 85-Jährigen aus dem südlichen Landkreis Traunstein, die zwischen Februar und April in mehreren Transaktionen über 10.000 Euro an die bisher unbekannten Täter überwiesen hat. Jeweils rund 2000 Euro überwiesen zwei Frauen aus den Kreisen Weilheim-Schongau und Rosenheim, um so einen 50.000 Euro teuren Sportwagen zu erhalten.

Insbesondere ältere Menschen, die zur Hauptzielgruppe dieser betrügerischen Banden zählen, sollten keinesfalls „Vorausüberweisungen“ jeglicher Art tätigen. Dieses Geschäftsgebaren gehört nicht zum Bestandteil seriöser Gewinnbenachrichtigungen und ist somit regelmäßig ein Erkennungsmerkmal für betrügerisches Vorgehen.

Informationen über diese Thematik erteilen auch die Seniorenberater des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Selbstverständlich ist es auch möglich, sich mit entsprechenden Fragen oder Hinweisen an jede örtliche Polizeidienststelle zu wenden. Weitere Informationen und Warnhinweise sind auch im Internet, unter der Seite der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes erhältlich: www.polizei-beratung.de.

Rubriklistenbild: © dpa

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