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Verboten: Skitourengeher, die sich wie hier auf der Weltcup-Abfahrt am Brauneck in Lenggries auf ausgewiesenen Pisten bewegen.

Voting: Pistengeher bekommen Platzverweis

Lenggries - Sie nerven alpine Skifahrer und sind Liftbetreibern ein Dorn im Auge: Tourengeher. etzt greifen die ersten Bergbahnbetreiber durch und verbannen die Pistengeher. Was sagen Sie dazu? Stimmen Sie hier ab:

Der Deutsche Alpenverein (DAV) kritisierte die Entscheidung der Bahnbetreiber umgehend als „total überzogen und nicht tragbar“. Doch Betreiber halten dagegen: „Aus Sicherheits- und Haftungsgründen ist das Betretverbot dringend notwendig“, sagt Antonia Asenstorfer, Pressesprecherin der Spitzingsee- und Brauneckbahn.

Haftungsrisiken der Betreiber sollen minimiert werden

Doch wer hat Recht? Eine Streitfrage, die sich nicht eindeutig beantworten lässt. Auch wenn beide Parteien durchaus plausible Standpunkt haben. Thomas Bucher, Vertreter des Alpenvereins, sagt: „Die Pisten dürfen gar nicht gesperrt werden, da sie Teile der ,freien Natur‘ sind.“ Dagegen spricht ein vom Deutschen Seilbahnverband vorgelegtes Rechtsgutachten das Abfahrten als „Sportstätten“ bezeichnet. Darauf stützen die Bergbahnen ihre Entscheidung. „Damit gilt das Hausrecht und ein Betretverbot ist möglich“, sagt Asenstorfer. Eine eindeutige gesetzliche Regelung? Fehlanzeige.

Doch warum wollen die Bergbahnbetreiber die Tourengänger eigentlich von den Pisten vertreiben? Ist es ein Rachefeldzug gegen eine Klientel, dem vorgeworfen wird, kein Geld einzubringen, aber oftmals die präparierten Pisten zu zerstören? „Keineswegs“, sagt Asenstorfer. Vielmehr ginge es darum, die Haftungsrisiken der Betreiber zu minimieren. Denn Gutachten sagen: Dulden die Bergbahnen Tourengehern auf Skipisten, haften sie. „Auch Hinweisschilder helfen nichts“, erklärt sie. Im Klartext: Im Falle eines Unfalles kann der Betreiber in die Haftung genommen werden. Durch ein Verbot ist dies aber nun ausgeschlossen.

Das bestätigt auch Annette Rissmann, Pressesprecherin des Versicherungsunternehmens Allianz. „Das Betretverbot schafft Klarheit und nimmt die Bergbahnen aus der Verantwortung“, sagt sie. „Wer sich nicht daran hält, handelt auf eigene Gefahr.“

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F ür Tourengeher: Betreten verboten!

Argumente, die auch der DAV nicht so einfach von der Hand weisen kann. „Ich kann die Sorgen der Betreiber verstehen. Aber eine Total-Sperrung, vor allem ohne vorherige Absprache mit uns, ist nicht der richtige Weg. Da muss doch auch ein gutes Miteinander möglich sein.“ Er appelliert an die Vernunft der Tourengeher. Unter www.alpenverein.de hat der DAV Regeln zusammengestellt, an die sich jeder Tourengeher freiwillig halten sollte. „Wenn das jeder macht, gibt es keine Probleme.“

Von Thomas Fritzmeier

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