Region München: Wachstum gegen den Trend

München - Entgegen dem Bundestrend nimmt die Bevölkerung in der Region München voraussichtlich in den nächsten 20 Jahren weiter zu. Das liegt auch am stetigen Zuzug jüngerer Einwohner.

Die Alterung der Gesellschaft ist in aller Munde – doch in München und angrenzenden Landkreisen verläuft die Entwicklung unter anderen Vorzeichen: Die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahren sowohl in der Stadt als auch im Landkreis München steigt – um 17,4 bzw. 9,4 Prozent. In allen anderen Landkreisen der Region München werde sich die Zahl der unter 18-Jährigen reduzieren, heißt es in einer neuen Darstellung des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München (PV). Markant seien für München außerdem die Zuzüge der Generation der 25- bis 35-Jährigen. „Das ist die Besonderheit der Stadt München“, sagt PV-Geschäftsführer Christian Breu. Dies sei auch ein Grund dafür, warum die Bevölkerung im Ballungsraum München insgesamt weiter steigt – auf fast 3 Millionen im Jahr 2030. Trotz der kräftigen Bevölkerungszunahme spricht Breu von einem „organischen Wachstum“. Im Vergleich zum Zeitraum 2000/2010 werde sich das Wachstum in Zukunft halbieren. In den vergangenen zehn Jahren hatte die Zahl der Einwohner in der Region München um fast 250 000 Personen zugenommen. Nunmehr werde es 20 Jahre dauern, um noch einmal um dieselbe Zahl zuzulegen.

Die Hälfte des Anstiegs entfällt auf die Stadt München. Aber auch der Landkreis München ist ein Boom-Gebiet (plus 13,9 Prozent). Dahinter rangieren die Landkreise Erding (plus 10,9 Prozent) sowie Dachau (plus 10,0 Prozent), gefolgt von Ebersberg (plus 9,3 Prozent). Nur in Starnberg soll es in den nächsten 20 Jahren kaum noch Bevölkerungswachstum geben – im Schnitt könnten es gerade mal eben 300 Personen im Jahr sein. München-fernere Landkreise fallen dagegen ab. Beispiele: Der Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen wird bis 2030 lediglich um 4,7 Prozent wachsen, Rosenheim um nur 2,7 Prozent. Im Kreis Mühldorf dürfte die Einwohnerzahl schrumpfen (minus 3 Prozent), ebenso in Garmisch-Partenkirchen (minus 5,5 Prozent).

Dass München und die acht Landkreise ringsherum so stark wachsen, ist umso erstaunlicher, wenn man dies mit der Bevölkerungsstatistik für Bayern vergleicht. Seit November liegen dem Statistischen Landesamt die Zahlen vor, wonach beispielsweise ein Landkreis Coburg von 2010 bis 2030 rund 10 000 Einwohner verlieren wird. Noch schlimmer trifft es Wunsiedel, wo die Bevölkerung in den nächsten 20 Jahren um 20,2 Prozent schrumpft – ob ein Landkreis mit dann noch 61 300 Einwohnern eine Zukunft hat, wird die künftige Generation der Landespolitiker zu beantworten haben.

Zwei Effekte haben die Statistiker nicht in Rechnung gestellt. Zum einen verstärkte Zuzüge aus Südeuropa infolge der Euro-Krise, die das Wachstum in der Region München beflügeln könnten. Zum zweiten gescheiterte Großprojekte wie etwa die 3. Startbahn. Dass die Prognose für die Landkreise Freising/Erding geändert werden muss, weil die Startbahn zumindest vorerst nicht kommen wird, denkt Breu jedoch nicht. Der Verzicht auf die Flugpiste werde sich allenfalls in der Beschäftigungsstatistik niederschlagen.

Von Dirk Walter

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