Wacker Chemie: Schlechte Bahnverbindung gefährdet Arbeitsplätze in Bayern

München - Scharfe Kritik an der miserablen Bahnverbindung von München nach Mühldorf und ins bayerische Chemiedreieck kommt jetzt von Seiten der Industrie.

Die eingleisige Strecke sei „ein Investitionshemmnis“, das Arbeitsplätze gefährdet, sagt das Vorstandsmitglied von Wacker Chemie,Auguste Willems, gegenüber dem "Münchner Merkur" (Mittwoch).

Die eingleisige Strecke ist seit Jahren ein Ärgernis für das bayerische Chemiedreieck bei Burghausen. Die rund 30 hier angesiedelten Werke beschäftigen über 25 000 Mitarbeiter, Wacker Chemie allein rund 10 000. Auf dem Bahngleis fahren in Richtung Tüßling/Burghausen heute 38 Güterzüge, 2015 werden es rund 40 sein. Dies sei mit der eingleisigen Strecke nicht zu bewerkstelligen, warnt Willems. „Unser heutiges Problem ist es, erst einmal in München anzukommen.“

Er weist auf steigenden Lkw-Verkehr hin, der vermeidbar sei. „Viele Lkw müssen wir auf die Straße schicken, weil die Kapazitäten auf der Schiene nicht reichen.“ „Diese Situation ist nicht wirtschaftlich und nicht nachhaltig“, sagte der Chemie-Manager weiter. „Das behindert uns, wenn wir hier weiter investieren wollen.

Das Chemiedreieck wird in seiner Bedeutung zurückfallen, wenn nicht endlich die Infrastruktur ausgebaut wird.“ Wacker und das bayerische Chemiedreieck seien „durch Kapazitätsengpässe seit Jahrzehnten im Wachstum gehemmt. Das führt jetzt zu Investitionshemmnissen und gefährdet damit auch Arbeitsplätze.“ Sollten sich die Verhältnisse nicht endlich verbessern, so Willems, dann werde statt in Burghausen künftig nur noch im sächsischen Werk Nünchritz bei Dresden in den Ausbau investiert.

Das Unternehmen stelle sich die Frage, wo die nächsten Erweiterungen angesiedelt werde. „Derzeit werden Erweiterungen der Produktionskapazitäten für Siloxan sowie für Polysilizium nicht für Burghausen, sondern für Nünchritz geplant“, sagte Willems. Geplant heiße noch nicht endgültig entschieden. Aber: „In Nünchritz wurden wir bei der Infrastruktur nicht so enttäuscht wie hier.“

Rubriklistenbild: © dpa

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