Niemand wurde stutzig

Waffenbesitz: Miesbacher Behörde liefert falsche Zahl

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Gibt es alarmierende Zahlen zum Waffenbesitz aus dem Landkreis Miesbach? Nein, vielmehr sind die Angaben des bayerischen Innenministeriums falsch. Wie es dazu kam. 

München/Miesbach– Das bayerische Innenministerium hat in seiner Antwort auf eine Grünen-Anfrage zum Waffenbesitz in Bayern eine falsche Zahl geliefert. Auslöser ist eine Falschmeldung des Landratsamtes Miesbach, das die Zahl der Waffenbesitzer auf 12 518 Personen beziffert hatte – dann hätte statistisch gesehen jeder achte Miesbacher eine Waffe gehabt. 

Tatsächlich aber sind es 10 000 Personen weniger, nämlich 2523 Personen, wie das Landratsamt am Montag einräumte. Davon sind die meisten (2224 Personen) Männer, 299 Waffenbesitzer sind Frauen. Sie besitzen insgesamt – hier stimmt die Zahl – 12 518 Waffen. Im Schnitt entfallen also auf einen Inhaber einer Waffenbesitzkarte fünf Lang- oder Kurzwaffen.

Pressesprecher Birger Nemitz sprach von einem „Missverständnis“ bei der Übermittlung der Daten an die Regierung von Oberbayern, die sie wiederum ungeprüft an das Innenministerium schickte. Auch im bayerischen Innenministerium fiel die krass überhöhte Zahl nicht auf, es kopierte die Zahl aus Miesbach ohne Weiteres in die Antwort auf die Grünen-Anfrage, die Fraktionschefin Katharina Schulze gestellt hatte. 

An der bayernweiten Tendenz ändert der statistische Fehler freilich nichts: Die Zahl der erlaubnispflichtigen Schusswaffen ist im Vergleich zu den Vorjahren wieder angestiegen (auf knapp 1,2 Millionen), ebenso die Zahl der Waffenbesitzer (auf 220 000 – nicht 230 000 – Personen). Die Grünen hatten gefordert, den Erwerb insbesondere von Schreckschusswaffen stärker zu kontrollieren.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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