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Anton Kreitmair

Machtwechsel beim Bauernverband: Kreitmair wird Präsident

Herrsching – Dieses Wahlergebnis kam überraschend: Beim oberbayerischen Bauernverband stach Anton Kreitmair den amtierenden Präsidenten Max Weichenrieder aus.

Es war ein knappes Ergebnis, aber ein deutliches: Die oberbayerischen Bauern wollen einen neuen Präsidenten. Nach zehn Jahren Amtszeit muss Max Weichenrieder, Ex-CSU-Abgeordneter aus Wolnzach (Kreis Pfaffenhofen), den Posten räumen. Herausgefordert hatte ihn der Dachauer Kreisobmann Anton Kreitmair. Die Wahlmänner aus den Kreisverbänden stimmten gestern im Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching (Kreis Starnberg) mit 63 zu 53 für den Ackerbauern.

Vor der Wahl hatte Kreitmair gesagt, er sehe sich als Außenseiter – dennoch wäre ein Ergebnis unter einem Drittel eine Enttäuschung für ihn. Es kam anders. Einer der Delegierten aus dem Kreis Rosenheim sagte: „Bei ihm hat man das Gefühl, dass er mehr Transparenz zulässt und dass er unsere Belange gut vertreten wird. Ob es der Richtige ist, wird sich noch herausstellen.“

Die Wahl fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – hinterher wurde das Ergebnis verkündet. Von einer fairen Stimmung berichtete Wolfgang Scholz. Der Milchbauer aus Sachsenried (Kreis Weilheim-Schongau) wurde ohne Gegenkandidat zum Vize gewählt, sein Vorgänger Anton Kern hatte sich nicht wieder zur Verfügung gestellt. Kreitmair sagte gestern: „Ich bin zwar jetzt Präsident, sehe aber meinen Stellvertreter als gleichwertig an und bin überzeugt, dass wir uns sehr gut ergänzen.“

Er will die Position Oberbayerns in Bayern hervorheben – und insbesondere den Milchbereich stärken. Seinen Vorteil sieht der dreifache Familienvater in seiner Loyalität gegenüber allen Landwirten, egal welcher Partei sie angehören. Kreitmair wollte vor einigen Jahren für die CSU in den Landtag einziehen, für die Freien Wähler sitzt er im Gemeinderat Erdweg: „Doch die Belange des Bauernverbands gehen vor, ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit.“

Vor allem will er den Verband demokratischer machen – er hoffe, dass es im Sinne einer guten Streitkultur zu vielen konstruktiven Diskussionen mit den Mitgliedern kommt. „Dies hat oberste Priorität. Man muss sich nur anschließend wieder zusammensetzen können und gemeinsam ein Bier trinken.“ Er wolle versuchen, alle Mitglieder einzubinden und eine Durchlässigkeit nach unten zu schaffen. „In fünf Jahren werde ich mich an meinen Worten messen lassen müssen.“ Zunächst will er sich mit den 38 Mitgliedern des Bezirksvorstands treffen und die nächsten Schritte besprechen – es stehen wichtige Termine an.

Zum Beispiel die Wahl des neuen bayerischen Präsidenten am 5. Mai. Für dieses Amt habe er keinerlei Ambitionen, sagte Kreitmair. Mit Walter Heidl gebe es einen „hervorragenden Kandidaten“, der gute Chancen habe, Nachfolger von Gerd Sonnleitner zu werden.

Uli Singer

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