Mehr Beteiligung an der Europawahl in Bayern

München/Nürnberg - Die Europawahl am Sonntag in Bayern ist auf mehr Interesse beim Wähler gestoßen als der Urnengang 2004.

In größeren Städten zogen Wahlleiter am späten Nachmittag erste Bilanzen. Diese deuteten überwiegend auf eine größere Beteiligung hin und überschritten die Vergleichswerte von vor fünf Jahren teils deutlich. Außerdem hatten heuer überall viel mehr Bürger die Briefwahl genutzt, ergaben dpa-Umfragen. Insgesamt wurde aber dennoch mit einer relativ geringen Wahlbeteiligung gerechnet, nachdem 2004 im Freistaat lediglich 39,7 Prozent der Wahlberechtigten bei dem europaweiten Urnengang mitgemacht hatten.

Europawahl 2009

In München hatten bis 16.00 Uhr 35,8 Prozent der Wahlberechtigten persönlich oder per Briefwahl abgestimmt, zuvor waren es zu diesem Zeitpunkt etwa 30 Prozent.

Auch in Nürnberg war der Zulauf deutlich größer. Dort stieg der Anteil der Briefwähler sogar um die Hälfte auf 12,4 Prozent. Persönlich hatten zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale in der zweitgrößten Stadt Bayerns schon 32,5 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben - gut ein Prozent mehr als 2004. "Wenn der Trend anhält, ist die Beteiligung um etwa fünf Prozentpunkte besser als vor fünf Jahren", hieß es im Nürnberger Wahlamt.

Kühles und regnerisches Wetter prägte den Verlauf der Europawahl in Würzburg. Zwar war dort der Anteil der Briefwähler um knapp ein Drittel auf 16,1 Prozent gestiegen, dagegen gingen deutlich weniger Wähler an die Urnen. "Unter dem Strich entspricht das in etwa dem Interesse vor fünf Jahren", hieß es im Wahlamt.

Dank starker Zunahme bei der Briefwahl deutete sich in Bayreuth wiederum eine etwas höhere Beteiligung an. In der Summe lag dort die Beteiligung bei einer Zwischenzählung am Nachmittag mit rund 37 Prozent um etwa acht Prozent über der von 2004.

In Regensburg verzeichnete die Wahlleitung eine leichte Zunahme um knapp einen Prozentpunkt. Allein Augsburg lag mit 23,5 Prozent zunächst noch weiter um knapp zwei Punkte zurück.

Rund 9,7 Millionen Bürger im Freistaat waren aufgerufen, über das künftige Europäische Parlament mitzuentscheiden. Mit besonderer Spannung erwartet wurde das Abschneiden der CSU sowie das der Freien Wähler. Der Urnengang galt als Stimmungstest für die Bundestagswahl im Herbst. F

ür die CSU und ihren Vorsitzenden Horst Seehofer war die Wahl zugleich der erste Test nach dem Fiasko bei der Landtagswahl im vergangenen September. Die SPD hatte 2004 das schlechteste Wahlergebnis ihrer Geschichte in Bayern eingefahren und setzte deshalb nun fest auf Zugewinne. Mit einem Plus rechnete auch die seit Herbst in Bayern mitregierende FDP.

Ebenfalls zulegen wollten die Grünen. Die Freien Wähler hatten erst im Frühjahr nach einem internen Streit mehrheitlich für ein Antreten bei der Wahl gestimmt. Vielerorts in Bayern fielen am Sonntag auch wichtige kommunalpolitische Entscheidungen. So wurden in sechs Städten und Gemeinden die Ersten Bürgermeister neu gewählt. In mehr als einem Dutzend Kommunen waren die Einwohner zudem zu Bürgerentscheiden aufgerufen.

dpa

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