Gegen Flächenstilllegung

Waldbesitzer lehnen Frankenwald als Nationalpark ab

In welcher Region richtet die Staatsregierung einen dritten Nationalpark in Bayern ein? Vor wenigen Wochen kam der Frankenwald ins Spiel – doch auch hier formiert sich Widerstand.

Ludwigsstadt – Waldbesitzer in Oberfranken haben sich gegen einen möglichen Nationalpark im Frankenwald ausgesprochen. „Wir sind grundsätzlich gegen Flächenstilllegungen. Wir stehen für integrierten Naturschutz im bewirtschafteten Wald“, sagte Wolfgang Schultheiß, der stellvertretende Vorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken, am Montag in Ludwigsstadt (Landkreis Kronach). Mit dem Bauernverband wollen die Waldbesitzer sich klar positionieren - und zwar gegen einen Nationalpark im Norden Oberfrankens.

„Wer für den Klimaschutz und gegen die Erderwärmung ist, darf keinen Wald stilllegen“, heißt es in dem gemeinsam vorgelegten Positionspapier. Ein bewirtschafteter Wald neutralisiere viermal so viel CO2 wie ein nicht bewirtschafteter Wald, sagte Schultheiß.

Auf der Suche nach einem dritten Nationalpark in Bayern war in den vergangenen Wochen der Frankenwald in den Fokus gerückt – neben dem Spessart, der Röhn und den Donau-Auen. Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) will am Freitag in den Frankenwald kommen, um einen Dialogprozess in der Region zu starten. Im Juli will die Staatsregierung dann entscheiden, wo ein dritter Nationalpark eingerichtet werden soll. Bislang gibt es solche strengen Schutzzonen im Bayerischen Wald und im Berchtesgadener Land.

Bei Stilllegung drohe Borkenkäferplage

Würde man den Fichtenwald im Frankenwald sich selbst überlassen, drohe eine Borkenkäferplage, betonten die Waldbesitzer weiter, das habe das Beispiel Bayerischer Wald gezeigt. Auch ließe sich im Frankenwald nicht so einfach eine große Fläche im Staatseigentum finden, die für die Stilllegung geeignet wäre. „Das heißt, es müssten Privatflächen, die schon seit Generationen von den Eigentümern bewirtschaftet werden, einbezogen werden. Dies wird sicherlich ein Großteil der mit ihrer Scholle verwurzelten Waldbesitzer ablehnen.“

dpa

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