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Solche Situationen sind wohl absehbar. Ein Feuerwehrmann bekämpft mit einer Feuerpatsche 2011 einen Brand im Kreuzlinger Forst südlich von München.

Waldbrandgefahr steigt

„Auf Flutjahr folgt das Glutjahr“

München - Das sonnige Wetter hat auch eine Kehrseite: Die Waldbrandgefahr steigt. In weiten Teilen Bayerns ist schon die vierte von insgesamt fünf Gefahrenstufen erreicht. An den Flüssen sinken die Pegelstände immer weiter.

Dem Ebersberger Kreisbrandrat Gerhard Bullinger schwant nichts Gutes: Es gebe da eine alte Bauernregel: „Auf ein Flutjahr folgt ein Glutjahr.“ 2013 war, glasklar, das Jahr der großen Überschwemmungen. Müssen also die Feuerwehrleute 2014 statt Hochwasser vor allem Waldbrände bekämpfen?

So könnte es kommen, sagt Bullinger. Schon jetzt gibt es erste Vorboten: Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdiensts leuchtet an immer mehr Stellen rot auf – das bedeutet die vierte von insgesamt fünf Stufen. Würde die Stufe fünf erreicht, dann könnten die Forstbehörden ein Betretungsverbot für Waldgebiete erlassen. „Es ist wirklich brisant“, warnt Bullinger.

Sonne und Trockenheit lassen die Waldbrandgefahr deutlich steigen, warnt auch das bayerische Forstministerium. Es rät zur Achtsamkeit: Das ab Anfang März (bis Ende Oktober) gültige strikte Rauchverbot in den Wäldern müsse unbedingt beachtet werden. Schon eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe könne eine mittlere Katastrophe auslösen. Vor allem lichte Fichten- und Kiefernbestände, Waldränder und Lichtungen seien gefährdet. Außerdem solle das bei der Borkenkäfer-Bekämpfung anfallende Reisig nicht verbrannt, sondern aus den Wäldern abtransportiert oder gehäckselt werden. „Kritisch ist auch die sogenannte Bodendürre“, sagt Kreisbrandrat Gerhard Bullinger: Hohes Gras, das abgestorben ist und austrocknet, wirkt wie eine Lunte.

Eine andere Gefahrenquelle sind Züge – ja richtig: Züge. „Meist beginnen die ersten Brände an Bahndämmen“, sagt Bullinger. Veraltete Güterwagen neigten zum Funkenschlag „wie bei einer Flex“ – und schon könne ein Bahndamm in Brand gesetzt werden. Der Hauptgrund für die Brandgefahr ist indes banal: „Es fehlt einfach der Niederschlag“, sagt Bullinger. In München zum Beispiel fielen im Februar nur 14,8 Liter Regen je Quadratmeter – das langjährige Mittel sind 50,4 Liter.

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Durch den fehlenden Regen und die eher gering ausfallende Schneeschmelze sind auch die Wasserwirtschaftsämter alarmiert.Viele Flüsse auch in Oberbayern führen derzeit Niedrigwasser. Auch hier gibt es ein Skalensystem mit vier Stufen. Die Situation ist insgesamt noch nicht besorgniserregend, sagt Roland Kriegsch, der das Wasserwirtschaftsamt Weilheim leitet. So gibt es an der Isar derzeit kein Niedrigwasser. „Daher müssen wir den Abfluss vom Sylvensteinspeichersee auch nicht einschränken.“

Anders ist die Situation weiter östlich und westlich: Der Inn ist, etwa bei Wasserburg, schon als „sehr niedrig“ eingestuft. Das gleiche Bild an der Ammer bei Oberammergau. Auch der Pegel am Ausfluss des Ammersees bei Stegen ist „niedrig“. Der Abfluss sinkt beständig und lag gestern Mittag noch bei 10,3 Kubikmetern pro Sekunde. Zum Vergleich: Vor einem Monat flossen in der Amper noch vier Kubikmeter mehr. Bis zum niedrigsten je gemessenen Wert ist es allerdings noch eine Weile hin: Er liegt bei nur 2,5 Kubikmetern je Sekunde – gemessen im Jahr 1960.

Dirk Walter

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