Akute Waldbrandgefahr im gesamten Freistaat

München - Am Donnerstag herrscht in Bayern akute Waldbrandgefahr. Fast der gesamte Freistaat ist betroffen. Für Spaziergänger gilt daher: Bloß keine glimmenden Zigarettenkippen wegwerfen.

Bayern ist nahezu flächendeckend orange. Auf der Gefahrenkarte des Deutschen Wetterdienstes für den heutigen Donnerstag. Die Farbe signalisiert: Waldbrandgefahr in erheblichem Ausmaß. Durch die trockene Witterung in den vergangenen Wochen hat die Gefahr von Waldbränden deutlich zugenommen. Der Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zeigt für heute Stufe vier von insgesamt fünf an.

„Wenn jetzt auch noch der Wind auffrischt, könnte das feuerunterstützend sein“, erläutert Lothar Bock vom Deutschen Wetterdienst/Niederlassung Weihenstephan in Freising. Zuletzt habe es Mitte Februar flächendeckend geregnet – seither nur „getröpfelt“. Auch die wenigen Regentropfen am vergangenen Samstag haben nicht ausgereicht, um die trockenen Böden zu durchfeuchten. „Heute reicht eine weggeworfene Kippe, um einen Waldbrand auszulösen“, warnt Bock. Vor allem Waldränder und Lichtungen seien gefährdet, „wo Sonnenstrahlen relativ ungehindert den Waldboden erreichen und die Bodenstreu austrocknen“.

Auch Forstminister Helmut Brunner appelliert an die Waldbesucher, das von Anfang März bis Ende Oktober geltende Rauchverbot im Wald unbedingt einzuhalten und bei Freizeitaktivitäten besondere Vorsicht walten zu lassen. Gefährlich sei wegen der heißen Fahrzeug-Katalysatoren auch das Parken auf trockenem Gras. Den Waldbesitzern rät der Minister vorsorglich, das bei der Borkenkäfer-Bekämpfung anfallende Reisig- und Kronenmaterial nicht zu verbrennen, sondern aus dem Wald abzutransportieren oder zu häckseln.

Karl Murböck, Kreisbrandrat im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, hofft ebenfalls auf die Vernunft der Bevölkerung. Spaziergänger sollten heute besonders aufmerksam sein. Zuletzt hatten die Feuerwehren in seinem Bereich im November 2011 am Falkenberg nahe dem Sylvensteinsee einen Großeinsatz wegen eines Waldbrandes. Aber auch im vergangenen März waren seine Männer im Einsatz – am Fahrenberg beim Herzogstand.

Allerdings ist die große Waldbrandgefahr am morgigen Freitag schon wieder gebannt. „Es wird deutlich kühler, feuchte Luft kommt nach Bayern – damit geht die Waldbrandgefahr erheblich zurück“, kann Bock Entspannung in Aussicht stellen. Am vergangenen Osterfest sei die Waldbrandgefahr noch viel höher gewesen.

Was die Feuerwehrler und Waldbesitzer aufatmen lässt, bedeutet aber auch für alle anderen: Die Schön-Wetter-Phase ist erst einmal wohl vorbei. „Ostern wird eher kühl und feucht“, trübt Lothar Bock alle Hoffnungen auf ein sonniges Fest. Das seien aber nur erste vorsichtige Tendenzen. Können wir also das Ostereisuchen im Freien abhaken? „Mit entsprechender Kleidung kann man die Eier auch im Garten suchen“, schmunzelt der Meteorologe.

Claudia Möllers

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hageljäger in Bayern: So  „impfen“ sie die Gewitterwolken
Wenn Georg Vogl in die Luft geht, braut sich am Himmel etwas zusammen. Der 59-Jährige ist Hagelflieger. In 2000 Metern Höhe „impft“ er Gewitterwolken mit Silberjodid. …
Hageljäger in Bayern: So  „impfen“ sie die Gewitterwolken
Knapp 1,4 Millionen Besucher beim Gäubodenvolksfest in Straubing
Fast 1,4 Millionen Menschen haben das Gäubodenvolksfest in Straubing besucht. Das entspricht etwa den Zahlen der vergangenen Jahre, wie eine Sprecherin der …
Knapp 1,4 Millionen Besucher beim Gäubodenvolksfest in Straubing
Gleitschirmflieger stürzt in Baumkrone
Ein Gleitschirmflieger ist in Neumarkt in der Oberpfalz zehn Meter tief in eine Baumkrone gestürzt. Er war gerade gestartet, da überraschte ihn eine heftige Windböe.
Gleitschirmflieger stürzt in Baumkrone
Buben zerkratzen Autos - und beichten es dann dem Papa
Da hat das schlechte Gewissen gedrückt: Ein Siebenjähriger hat seinem Vater gebeichtet, gemeinsam mit einem Freund in Nürnberg zahlreiche Autos beschädigt zu haben. …
Buben zerkratzen Autos - und beichten es dann dem Papa

Kommentare