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Die Sonnwendfeier am Ebersberger Aussichtsturm (Bild aus 2016) muss dieses Jahr vielleicht ohne Feuer stattfinden.

Brauchtum beunruhigt Behörden

Waldbrandgefahr zum Johannistag: Erste Gemeinde sagt Feuer ab

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Auf Bayerns Bergen und Hügeln brennen am Wochenende die Sonnwendfeuer. Vielerorts könnten die traditionsreichen Scheiterhaufen aber kalt bleiben. Das Risiko ist so hoch wie lange nicht mehr.

München – Nervöse Feuerwehrleute werden am Freitag den Funkenflug des Ebersberger Sonnwendfeuers beobachten.„Mit ausgerollten, wassergefüllten Löschschläuchen“, sagt ein Sprecher der Stadt. Falls das Feuer am Fuße des stimmungsvoll beleuchteten Aussichtsturms überhaupt entzündet wird.

Denn wie in ganz Oberbayern herrscht in Ebersberg Sorge: Das heiße und trockene Wetter hat Wälder und Gebüsch ausgerechnet zur Sommersonnenwende und dem bevorstehenden Johannistag am Samstag ausgetrocknet und damit anfällig für Feuer gemacht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kündigt für das Wochenende in der Region hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr an. Schon eine weggeworfene Zigarettenkippe könne schlimme Folgen haben, warnt auch die Regierung von Oberbayern, fast wortgleich bangt die Bayerische Schlösserverwaltung um ihre Parkanlagen.

In Germering wurde das Johannifeuer bereits abgesagt

Gegen die Brandgefahr hilft nur Regen, doch die Prognose fällt pessimistisch aus. „Es wird definitiv einzelne Schauer und Gewitter geben, aber wo exakt und wie viel es regnen wird, können wir nicht genau abschätzen“, sagt DWD-Meteorologin Lisa Brunnbauer. „Viele Gegenden werden nur ein paar Spritzer oder gar keinen Regen abbekommen.“

Das Holz für die Feuerstelle ist auf der Kampenwand schon aufgeschichtet. Vor dem Regen, auf den alle hoffen, ist es mit einer Plane geschützt. Ob der Holzstoß angezündet wird, ist aber fraglich.

Vielen ist das zu riskant. In Germering (Kreis Fürstenfeldbruck) zum Beispiel ist das Johannifeuer aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die Stadt hat für das Wochenende sogar das Grillen am See strikt verboten. Woanders steht die Entscheidung noch auf der Kippe. So wie am Brauneck (Kreis Bad-Tölz-Wolfratshausen) und an der Kampenwand (Kreis Rosenheim). An beiden Gipfeln haben die Bergfeuer lange Tradition. „Wir hoffen auf ein starkes Gewitter mit viel Regen“, sagt eine Sprecherin der Brauneck-Bergbahnen. Diese Hoffnung teilt auch ihr Kollege von der Kampenwand. „Tendenziell sieht es aber schlecht aus“, räumt der Sprecher ein. Das letzte Wort bei der Genehmigung hat auch dort das Rathaus.

Entspanntere Verhältnisse zeigt dagegen ein Blick über die österreichische Grenze. Auf der Tiroler Seite der Zugspitze um den Ehrwalder Talkessel brennen jedes Jahr Bergfeuer mit spektakulären Motiven. „Wir gehen auch in diesem Jahr davon aus, dass das stattfindet“, sagt eine Sprecherin. Doch zündle man am Berg nicht einfach drauflos, versichert die Sprecherin. „Die Feuerwehr steht Gewehr bei Fuß.“

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