Domspatzen

"WamS": Bistum Regensburg zahlte Opfern rund 400 000 Euro

Regensburg - Die Katholische Kirche hat im Missbrauchsskandal bei den Regensburger Domspatzen nach Medienberichten über 150 Entschädigungszahlungen geleistet. 

Bis Anfang 2016 wurde dem Bericht zufolge mehr als 150 Mal ein Betrag von je 2500 Euro für Opfer körperlicher Gewalt ausgezahlt. Dazu kommen nach Angaben der „WamS“ noch Zahlungen für Opfer sexuellen Missbrauchs, die nach Informationen der Zeitung jeweils höher als 2500 Euro sein sollen. Der mit der Aufklärung der Missbrauchsfälle beauftragte Rechtsanwalt Ulrich Weber war am Sonntag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Weber hatte in seinem Zwischenbericht Anfang Januar mitgeteilt, dass nach bisherigen Recherchen von 1953 bis 1992 mindestens 231 Kinder von Priestern und Lehrern körperlich misshandelt worden seien, weitere 50 Schüler seien bei den Domspatzen Opfer sexueller Gewalt geworden - „von Streicheln bis zu Vergewaltigungen“, wie Weber sagte.

Der Regensburger Anwalt betonte, dass die Dunkelziffer der Betroffenen noch deutlich höher liegen dürfte. Er ging von etwa 700 Opfern aus, was etwa einem Drittel aller Schüler in dem untersuchten Zeitraum entspräche. Nach Medienberichten meldeten sich nach dem Zwischenbericht tatsächlich rund 60 weitere Betroffene. Die Vorwürfe richten sich überwiegend gegen die Mitarbeiter aus der damaligen Vorschule der „Spatzen“. Weber will nach „WamS“-Angaben bis zum Sommer weitere Opfermeldungen entgegennehmen und dann bis zum Frühjahr 2017 einen Abschlussbericht verfassen.

Lesen Sie hier: 

Schlierseer Ex-Domspatz: "Ich bekam mehr Schläge als Essen"

Ratzinger: Aufklärung des Missbrauchsskandals „Irrsinn“

dpa

Rubriklistenbild: ©  dpa

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