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Auf dieser Wiese wurde der Wanderer gefunden.

Wanderer auf Almweide: Todesstoß durch Stierangriff?

Bad Reichenhall - Auf einer Almweide in Bad Reichenhall hat ein 72-Jähriger am Donnerstag sein Leben verloren. Möglicherweise wurde er von Stieren und Ochsen angegriffen und getötet.

Eigentlich wollte er Brombeeren pflücken. Dazu machte sich ein 72-jähriger Bad Reichenhaller am Donnerstagvormittag auf den Weg zur Padinger Alm (670 Meter) am Fuße des Hochstaufens. Auf einer großen Weide hinter der Gastwirtschaft sammelte er die Beeren – und das wurde ihm zum Verhängnis. Der Mann starb, möglicherweise durch den Angriff mehrerer Stiere und Ochsen.

Sechs Beamte der Polizei hatten sich um 15 Uhr auf die Suche gemacht, nachdem die Ehefrau ihren Mann als vermisst gemeldet hatte. „Als es dann in den Wald und unwegsames Gelände ging, hat uns die Polizei dazu gerufen“, sagt Marcus Goebl, Sprecher der Bergwacht Bad Reichenhall. Er war mit zehn Männern vor Ort. Ein Suchhund der Polizei fand schließlich den leblosen Körper des Rentners am Waldrand innerhalb einer eingezäunten Almweide. Die Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Bad Reichenhall konnten nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Zweite Möglichkeit: Wanderer starb eines natürlichen Todes

Möglicherweise hatten sechs bis acht Stiere und Ochsen, die auf der Wiese standen, den Mann angegriffen. „Er hatte Hämatome“, sagt Konrad Rutzinger, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Diese könnten von Tritten der Tiere stammen. „Die Möglichkeit besteht“, bestätigt Markus Leitner, Sprecher des BRK-Kreisverbandes Bad Reichenhall, vorsichtig. Polizeisprecher Rutzinger betont allerdings: „Vermutlich hatte der Mann aber auch innere Verletzungen.“

Noch sei dies aber rein spekulativ. Denn möglich sei es auch, dass der Wanderer eines natürlichen Todes starb, auf der Wiese zusammensackte und danach von den Tieren überrannt wurde. Woran der Reichenhaller tatsächlich gestorben ist, soll nun eine Obduktion klären. Der Kriseninterventionsdienst kümmert sich derzeit um die Angehörigen.

Mann ging trotz Zaun auf die Stier-Weide

Warum der Mann sich trotz Zauns auf die Stier-Weide begeben hatte, ist unklar. „Wenn man über eine Weide geht, muss man wissen, dass die Tiere neugierig sind“, gibt Bergwacht-Sprecher Goebl zu bedenken.

Interesse zeigten die Stiere und Ochsen auch bei dem Rettungseinsatz. „Wir mussten uns hinter den Zaun zurückziehen, nachdem sie auf uns zukamen“, sagt er. „Mit unseren roten Jacken wollten wir sie nicht provozieren.“ Vielleicht habe der Mann die Tiere zwischen den Bäumen auch nicht gesehen. Womöglich ein unglücklicher Umstand, den er mit seinem Leben bezahlte.

Von Janine Tokarski

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