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Ein Wandteppich kehrt aus USA nach Bayern zurück. Dieser hing früher in Hitlers Kehlsteinhaus in Berchtesgaden. 

Nach über 70 Jahren 

Wandteppich aus Hitlers Besitz kehrt aus den USA zurück

München - Ganze 70 Jahre verbrachte der Wandteppich aus dem 16. Jahrhundert in den USA - jetzt kehrt er nach München zurück. Zuvor hatte er im Berchtesgadener Kehlsteinhaus gehangen. 

Nach mehr als 70 Jahren in den USA ist ein nach Kriegsende entwendeter wertvoller Wandteppich aus dem 16. Jahrhundert wieder in Bayern. Ein US-Offizier hatte 1945 die Darstellung einer höfischen Szene in Hitlers Haus auf dem Kehlstein bei Berchtesgaden entdeckt und mitgenommen. Seine Tochter Cathy Hinz brachte das aus Wolle gewirkte Stück nun zurück und überreichte es am Freitag dem Bayerischen Nationalmuseum in München. Sie fühle sich nostalgisch, sagte Hinz, in deren Elternhaus der Teppich jahrzehntelang gehangen hatte. „Das ist Teil meines Lebens.“ Trotzdem sei es nun an der Zeit gewesen, ihn zurückzugeben. „Er gehört hierher und ich bin sehr froh, dass ich dazu etwas beitragen kann.“

Die Tapisserie entstand etwa 1500 in Flandern. Der Maler Franz von Lenbach hatte sie um 1900 in der Kunsthandlung Bernheimer für seine Künstlervilla erworben. 1931 ging der Teppich an die Bernheimers zurück. 1938 kaufte ihn ein Architekt für das Kehlsteinhaus, das die Nazis erst als Repräsentationsbau nutzten, bevor sie es Hitler 1939 zu seinem 50. Geburtstag schenkten. Nach Auskunft des Kunsthändlers Konrad Bernheimer sei damals der volle Preis bezahlt worden. Es habe sich nicht um einen Zwangsverkauf gehandelt, so dass seine Familie keine Ansprüche erhebe. Die Kunsthändler-Familie war von den Nazis verfolgt und enteignet worden und hatte deshalb einige Jahre im Exil verbracht. An der Rückgabe war auch die Monuments Men Foundation beteiligt, die sich dem Aufspüren von Kunstwerken verschrieben hat, die während des Krieges verschwanden.

dpa

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