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Hunderte Erzieherinnen und Erzieher legten heute in Bayern ihre Arbeit nieder und fuhren zu einer Demo nach Dachau.

Warnstreik

Erzieherinnen fordern Aufwertung ihres Berufes

Dachau - Wer sein Kind heute in die Kita bringen wollte, stand möglicherweise vor verschlossenen Türen: Die Erzieherinnen und Erzieher streikten - einige fuhren zu einer Demo nach Dachau.

Tausende Erzieher und Erzieherinnen in Bayern haben am Montag ihre Arbeit niedergelegt. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi blieben mehr als 400 Kitas geschlossen. Allein in München war es einer städtischen Liste zufolge mehr als jede dritte Einrichtung, Verdi sprach von mehr als der Hälfte. In Nürnberg blieben nach Angaben der Stadt 98 von 140 Kindertageseinrichtungen geschlossen. Mit ihrem Warnstreik wollten die Erzieher und Erzieherinnen vor der fünften Verhandlungsrunde mit den kommunalen Arbeitgebern in Offenbach den Druck erhöhen.

Zu einer Kundgebung in Dachau kamen nach Angaben der Polizei 450 Streikende. In der Gemeinde bei München blieben zehn von elf Kitas geschlossen. „Die Bereitschaft bei den Beschäftigten ist da, auch zeitlich unbefristet die Arbeit niederzulegen“, sagte Heinrich Birner, Verdi-Geschäftsführer für München und Region. Die Politiker dürften sich bei dem Thema nicht länger wegducken.

Viele Streikende aus Bayern machten sich auf den Weg zur zentralen süddeutschen Kundgebung mit Verdi-Chef Frank Bsirske in Stuttgart, wo sich bis zum Mittag nach Gewerkschaftsangaben rund 4000 Teilnehmer versammelt hatten.

Verdi fordert eine Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe und eine Einstufung bestimmter Tätigkeiten in höhere Gehaltsgruppen. Für die bundesweit rund 240 000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst würde das rund zehn Prozent mehr Geld bedeuten.

Die Arbeitgeber halten die Forderungen für nicht bezahlbar und werfen der Gewerkschaft Kompromisslosigkeit vor. Die Gehälter von Erzieherinnen liegen nach Angaben der Arbeitgeber zwischen 2590 Euro und 3750 Euro brutto. Nach Verdi-Angaben arbeiten bundesweit knapp 60 Prozent der Erzieherinnen in Teilzeit.

dpa

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