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Auch in Bayern nimmt die Gewaltkriminalität rivalisierender Banden zu.

LKA warnt: Zahl der Rockerbanden wächst

München - In mehreren westdeutschen Städten hinterlassen rivalisierende Rockerbanden eine Schneise der Verwüstung. Auch in Bayern nimmt die Gewaltkriminalität zu.

Die Täter kamen am helllichten Morgen. Sechs „Hells Angels" stürmten das Bistro, verprügelten einen Gast, verwüsteten die Einrichtung und flüchteten. Der Übergriff in der Isarvorstadt in München vor zwei Wochen wirft ein kurzes Schlaglicht auf die Rockerszene. Die Tat, wohl ein Racheakt unter Rivalen, ist in der Öffentlichkeit schon wieder vergessen, das Problem aber bleibt: Die Banden sind eine Bedrohung für die Innere Sicherheit.

Schießerei im Rockermilieu

Schießerei im Rockermilieu

In einer detaillierten Auswertung („Verschlusssache") hat das Landeskriminalamt über Jahre hinweg die Rockerszene untersucht: Die Zahl der hochkriminellen, untereinander bis aufs Blut verfeindeten Gruppen in Bayern hat sich in den vergangenen drei Jahren von 17 auf 20 erhöht. Die schlimmsten nennen sich „Hells Angels" (haben starken Zulauf), „Bandidos", „Gremium" und „Outlaws", sind militärisch organisiert und durch legale wie illegale Geschäfte solide finanziert.

Um „harmlose Motorradfahrer" handele es sich nicht, betonen die Kriminaler. An der Spitze liegen Drogen-, Gewaltkriminalität und Waffendelikte bis hin zum Besitz von Handgranaten. In Oberfranken gebe es im Keller eines Clubheims sogar einen Bordellbetrieb. Straftaten seien „ein gruppenspezifisches Merkmal", haben die Beamten nüchtern analysiert. 500 Mitglieder werden den Banden zugerechnet, im Schnitt haben 62 Prozent von ihnen Straftaten begangen, und zwar in über 1300 Fällen.

Beleg, dass sich die Szene Richtung Süden bewegt

Der Münchner Vorfall gilt auch als Beleg, dass sich die Szene Richtung Süden bewegt. Bisher liegt ein Schwerpunkt in Franken und den angrenzenden Bundesländern, wo gehäuft Übergriffe, Massenschlägereien und sogar ein Granaten-Angriff gemeldet werden. Besonders schlimm ist die Lage in Nordrhein-Westfalen, wo sich jüngst 120 Rocker in einer Massenschlägerei verkeilten - unter den Augen von 30 überforderten Duisburger Polizisten.

Demnächst soll sogar der Landtag über die steigende Rockerkriminalität beraten. „Wir sollten dieses Problem nicht verschlafen", warnt der CSU-Innenexperte im Landtag, Christian Meißner: „Die Sicherheitsbehörden müssen das Thema sehr ernst nehmen." Meißner hat jetzt schriftlich einen Bericht von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Landtag eingefordert: „Das ist schon angemessen."

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