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Derzeit erproben 47 Gymnasien in Bayern eine von drei auf vier Jahren verlängerte Mittelstufe.

G8 oder G9 - Ministerium legt sich nicht fest

Mittelstufe plus: Warnung vor „Kraut und Rüben“ am Gymnasium

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München – Die CSU legt sich noch nicht fest, ob sie das Gymnasium flächendeckend auf G9 umstellen wird. Die „Pilotphase ist ergebnisoffen“, betonte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) im Bildungsausschuss des Landtags.

Derzeit erproben 47 Gymnasien in Bayern eine von drei auf vier Jahren verlängerte Mittelstufe, was faktisch neun Gymnasial-Schuljahre bedeutet. Die Anmeldung für das zweite Versuchsjahr hat gezeigt, dass das Interesse noch gestiegen ist: 67,5 Prozent der Schüler votierten für die „Mittelstufe plus“, nur 32,5 Prozent für den G8-Zug. An einzelnen Gymnasien, etwa im unterfränkischen Alzenau und Simbach/Niederbayern, gibt es Anmeldequoten von 90 Prozent und mehr für die Plus-Züge, wie sich aus einer Landtags-Anfrage des Grünen-Schulpolitikers Thomas Gehring ergibt. Vereinzelt ist das Interesse freilich rückläufig – etwa in Deggendorf, Reichenhall oder Eggenfelden. Die wenigen Gymnasien in Kern-Oberbayern, die sich beteiligen, verzeichnen ein gesteigertes Interesse, sowohl Miesbach (78,3 Prozent – bisher 70,7) als auch Puchheim (67,9 Prozent – 56,7) und Geretsried (54,7 Prozent – 37,8).

Spaenle sagte, er sehe „Grenzen der schulorganisatorischen Umsetzung“ des Schulversuchs, Details ließ er offen. Denkbar ist offenbar, dass nach Abschluss des Versuchs mehrere Modelle wie in einem Baukasten zur Verfügung stehen – und die Gymnasien in Bayern flächendeckend die Wahlfreiheit haben, eine Mittelstufe Plus in der ein oder anderen Weise einzuführen – oder auch nicht. Dagegen wehrte sich gestern der Bayerische Philologenverband. „Eine solche Regelung sehe ich kritisch“, warnte Verbandschef Max Schmidt. Das gebe „Kraut und Rüben“. SPD und Freie Wähler verlangten im Landtag vergeblich, die Schulen jetzt schon auf G9 umzupolen. „Das G8 ist Geschichte“, sagte Martin Güll (SPD). Dagegen verwahrte sich sein CSU-Kollege Gerhard Waschler: „Ich bin stolz auf das bayerische Gymnasium, so wie wir es haben."

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