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Ankunft einer Familie aus dem Irak im Warteraum Asyl in Erding im November 2015.

Die Situation in den Warteräumen für Flüchtlinge

Helfer nutzen Verschnaufpause, um die Lager aufzurüsten

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Erding/Feldkirchen – In den Warteräumen in Erding und Feldkirchen können tausende Flüchtlinge untergebracht werden. Derzeit kommen nur sehr wenige Menschen an. Die Helfer haben dennoch viel zu tun. 

Es gab im vergangenen Jahr Tage, an denen die Warteräume in Feldkirchen bei Straubing und in Erding voll belegt waren. In beiden können kurzfristig jeweils mehr als 2000 Flüchtlinge untergebracht werden, bevor sie an die Erstaufnahmeeinrichtungen verteilt werden. Doch seit etwa fünf Wochen – seit die Länder auf der Balkanroute die Grenzen geschlossen haben – kommen in beiden Warteräumen kaum noch Flüchtlinge an. Aktuell sind beide Einrichtungen leer. Und weder das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), noch die Hilfsorganisationen vor Ort gehen davon aus, dass die Zahlen sehr bald wieder steigen werden.

Stefan Bihl, Deutsches Rotes Kreuz.

Diese kleine Verschnaufpause war bitter nötig, sagt Dietmar Loose vom Deutschen Roten Kreuz. Er ist der stellvertretende Camp-Leiter in Erding – und erleichtert, dass die Einsatzkräfte nun endlich Überstunden und Urlaubstage abbauen können. In Feldkirchen ist die Situation ähnlich. „Wir sind nur noch in der Tagschicht in voller Stärke präsent“, berichtet DRK-Sprecher Stefan Bihl, ebenfalls stellvertretender Camp-Leiter. In den Abend- und Nachtstunden sind nur noch wenige Einsatzkräfte vor Ort. „Wir nutzen diese Phase nun vor allem, um neue Kapazitäten aufzubauen“, berichtet Bihl. Sowohl in Erding als auch in Feldkirchen werden gerade die Großzelte gegen Leichtbauhallen ersetzt und Provisorien aufgerüstet. Außerdem gibt es viel Schreibtisch-Arbeit aufzuarbeiten. „Diese Warteräume sind bundesweit eine Art Pilotprojekt“, sagt Bihl. „Deshalb ist es besonders wichtig, alles genau zu dokumentieren.“ Außerdem versucht das Rote Kreuz, sich auf die nächste Flüchtlingswelle besser vorzubereiten. Der Warteraum in Feldkirchen war bisher auf 2500 Flüchtlinge ausgelegt, soll aber für 5000 gerüstet werden, berichtet Bihl. „Wir sind sicher, dass die Situation nicht ewig so entspannt bleiben wird.“

Das sieht auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) so. Die sinkenden Flüchtlingszahlen seien kein Grund zur Entwarnung, betonte er. Die Kommunen rief er allerdings dazu auf, die Turnhallen umgehend wieder für den Schul- und Vereinssport freizugeben: „Wir müssen jede Entlastungsmöglichkeit im Sinne unserer Kinder und Jugendlichen nutzen.“

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