Wasserkraft: SPD will Pumpspeicher am Walchensee

München - Die Landtags-SPD fordert einen Ausbau der Wasserkraft in Bayern um mehr als ein Fünftel der bisherigen Stromproduktion. Energieexperte Ludwig Wörner schlug eine ganze Reihe von Maßnahmen vor. 

Diese reichen bis hin zur Umwandlung von Bayerns berühmtestem Wasserkraftwerk am Walchensee in einen Pumpspeicher. Wörner schlug weiter vor, die vielen stillgelegten kleinen Wasserkraftwerke zu reaktivieren, die bestehenden Anlagen zu modernisieren und neue Anlagen zu bauen. “Da werden wir alle Federn lassen müssen“, sagte er, “der Bund Naturschutz, der Vogelschutz und auch wir Politiker“.

Derzeit werden 15 Prozent des bayerischen Stroms mit Wasserkraft produziert. Umweltminister Marcel Huber (CSU) will diesen Anteil auf 17 Prozent erhöhen, stößt aber bereits mit diesem bescheidenen Ziel auf großen Widerstand.

Der SPD-Politiker Wörner lässt sich von einem berühmten Vorbild inspirieren: Oskar von Miller (1855-1934), einer der berühmtesten bayerischen Ingenieure, Pionier der Wasserkraft in Bayern und Gründer des Deutschen Museums. Miller habe 8600 Wasserkraftwerke in Bayern planen lassen, heute noch seien etwa “4000 und ein paar zerquetschte“ in Betrieb, sagte Wörner. Darunter seien auch viele Kleinstanlagen gewesen, aber auch die könnten zur Versorgung eines Bauernhofs sinnvoll sein.

Das Kraftwerk am Walchensee würde sich nach Wörners Einschätzung ideal als Pumpspeicher eignen. Der Wasserstand des Sees würde dann nicht mehr so stark variieren wie heute. Der Pegel steige und falle um bis zu sechs Meter. “Das wird im Sommer richtig schön hässlich“, sagte der Münchner Abgeordnete. Wörner warf vor allem Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) und seiner Partei vor, die “ganze Energiewende infrage zu stellen“.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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