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Ein schwer verletzter Bergsteiger, der am Sonntagmittag vom Watzmanngrat fast 100 Meter abgestürzt war, konnte am Abend bei dichtem Nebel gerade noch mit dem Hubschrauber gerettet werden.

Dramatische Rettung am Watzmann

Bergsteiger stürzt 100 Meter in die Tiefe

Ramsau - Ein schwer verletzter Bergsteiger, der am Sonntagmittag vom Watzmanngrat fast 100 Meter abgestürzt war, konnte am Abend bei dichtem Nebel gerade noch mit dem Hubschrauber gerettet werden.

Damit blieb den Einsatzkräften der Bergwachten Ramsau und Berchtesgaden ein aufwendiger, bodengebundener Abtransport erspart, den der Patient mit großer Wahrscheinlichkeit nicht überlebt hätte. Wegen der zunehmenden Wetterverschlechterung hatte die Bergwacht bereits mit einem Großaufgebot an Leuten eine terrestrische Rettung vorbereitet. Gute Nachrichten gab es dann am Montag aus dem Landeskrankenhaus: Der schwer verletzte Bergsteiger ist außer Lebensgefahr. Ein Polizeibergführer der Polizeiinspektion Berchtesgaden hat die Ermittlungen aufgenommen.

Der bergerfahrene 56-jährige Baden-Württemberger war mit seinem 55-jährigen Freund aus dem Saarland auf dem Watzmanngrat unterwegs, als er gegen 12.30 Uhr zwischen Mittel- und Südspitze im Bereich der automatischen Wetterstation in Richtung Wimbachgries abstürzte. Erst nach fast 100 Metern kam der Bergsteiger zu liegen und konnte zunächst noch um Hilfe rufen. Sein Begleiter alarmierte die Leitstelle Traunstein.

Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ konnte den abgestürzten Bergsteiger schnell lokalisieren. Die Maschine setzte daraufhin den Notarzt auf der Südspitze ab.

Ein Windeneinsatz per Hubschrauber wäre auch kein großes Problem gewesen, aber plötzlich zog dichter Nebel über dem Watzmann auf, so dass ein Hubschrauberflug zunächst nicht mehr möglich war. „Es lief dann eine große Aktion an, weil wir damit rechneten, den schwer Verletzten terrestrisch ins Tal bringen zu müssen“, erklärte Bergwacht-Bereitschaftsleiter Rudi Fendt. Das hätte bedeutet, dass man den Mann zunächst fast 100 Meter zum Grat hätte raufziehen müssen. Dann hätte man ihn zur Südspitze und schließlich über die Südseite ins Wimbachgries transportieren müssen. Fendt: „Das hätte der Verletzte wohl nicht überlebt“.

Zur Vorbereitung des drohenden Großeinsatzes brachte man in mehreren Hubschrauberflügen Material und Einsatzkräfte zum Watzmannhaus auf rund 1.900 Metern Höhe. Auch Bergretter der Bergwacht-Bereitschaft Berchtesgaden gehörten zu dem rund 25 Personen starken Einsatzteam, das sich auf den Weg in Richtung Watzmanngipfel machte.

Doch dann geschah doch noch das kleine Wunder, als der mit einer 90-Meter-Seilwinde ausgestattete ADAC-Hubschrauber „Christoph 1“ aus München gerade im Anflug war, entdeckte der Pilot eine Wolkenlücke am Watzmanngrat. Er steuerte die Maschine direkt über den Verletzten und nahm den Mann samt Bergretter auf. „Das war wirklich großes Glück, ansonsten wäre es eine lange Nacht geworden“, berichtet Fendt.

Der Hubschrauber brachte den lebensgefährlich Verletzten direkt zum Dachlandeplatz des Salzburger Landeskrankenhauses. Insgesamt waren bei dem Unfall vier verschiedene Hubschrauber im Einsatz. Gegen 21 Uhr hatten die Einsatzkräfte Feierabend. Da war der Watzmann schon lange wieder in dichte Wolken gehüllt und heftige Gewitter zogen über den Berg herein.

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