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„Natalie Hot“ vor dem Verwaltungsgericht: Die Porno-Darstellerin will in ihrem Wohnhaus Erotikchats abhalten. Ihre Nachbarn wollen das allerdings nicht. 

Prozess um Pornostar

Webcam-Girl Natalie Hot: Kein Erotikgewerbe im Wohngebiet

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Ampfing - Das Landratsamt verbot Porno-Darstellerin „Natalie Hot“, in ihrem Wohnhaus ein Erotikgewerbe zu führen. Die Frau aus Ampfing klagte. Doch auch vor Gericht sieht es nicht gut aus für das Webcam-Girl.

Vor dem Gerichtssaal ist die Stimmung wie daheim in Ampfing (Kreis Mühldorf am Inn). Stefanie L. alias Porno-Sternchen und Webcam-Girl „Natalie Hot“, 24 Jahre alt, stark geschminkt und rosa gewandet, steht vor den zahlreichen Fernsehkameras und gibt Interviews. Sie fühlt sich von den Nachbarn, die sich an ihrem Erotikgewerbe stören, ungerecht behandelt. Sie störe niemanden damit. Vielmehr fühlt sie sich durch das „Stalking“ der Nachbarn gestört: „Mich nervt es einfach bloß noch. Die stehen 24 Stunden am Fenster und fotografieren.“ Die verfeindeten Nachbarn stehen derweil am anderen Ende des Ganges und verweigern das Gespräch.

Mehrere Anwohner werfen der Erotikdarstellerin vor, dass sie mit ihren Tätigkeiten Lärm verursache, sodass die Kinder nicht schlafen könnten. Außerdem würden die Kinder in der Schule gehänselt, weil sie neben „Natalie Hot“ wohnen würden. Im Zuge der Streitigkeiten stellte die 24-Jährige im Juli 2015 einen Bauantrag für den Einbau eines Darstellungs- und Schaustellerzimmers in ihrem Haus. Der Gemeinderat in Ampfing versagte sein Einverständnis. Ebenso das Landratsamt Mühldorf. Das Argument: Es handle sich um eine gewerbliche Betriebsstätte, die im allgemeinen Wohngebiet nicht zulässig sei. In einem Bescheid lehnte das Landratsamt den Bauantrag ab und und verbot die Nutzung der Wohnräume für Erotikchats und zur Produktion von Erotikmaterial.

Stefanie L. zog gegen diesen Bescheid vor das Verwaltungsgericht in München. In ihrer Klage heißt es, dass es sich nur um einen Raum mit Schreibtisch handelt, an dem Natalie Hot mit ihren Kunden chattet, sogenannte „Telearbeit“. Diese sei von der Wohnnutzung erfasst. Es gebe auch keine Licht- und Lärmbelästigung, da es keinen Kundenverkehr gebe – und die Fenster seien mit Milchglasfolie beklebt und mit Jalousien verhängt. Bis Juli seien auch Videoclips gedreht worden, räumt L. ein. Aber damit sei es jetzt vorbei. Es gebe nur noch Erotikchats.

Bei Live-Show: Angriff auf Porno-Darstellerin Natalie Hot

„Bei Chats denkt man an tippen“, sagte die Vorsitzende Richterin Andrea Breit, „geht das darüber hinaus?“ Ja, erklärte die Klägerin. Bildaufnahmen mit erotischem Inhalt würden gestreamt. Es handelt sich also um Webcam-Shows. Fünf Tage in der Woche arbeite sie je acht Stunden, „so, wie jeder normale Arbeiter“. Zumeist chatte sie vormittags und abends, spätestens um Mitternacht schalte sie den Computer aber immer aus. Das alles überzeugte Oberlandesanwalt Christian Konrad, der die Behörde vertrat, aber nicht: „Die Betriebsbeschreibung ist keine Wohnnutzung mehr, sondern ein Gewerbe und damit unzulässig.“

„Das ist keine eindeutige Geschichte“, sagte die Vorsitzende. Die Richter kamen allerdings nach einer Beratung zum Ergebnis, dass sie die Erotikchats von Natalie Hot eher als „sonstige gewerbliche Tätigkeit“ einstufen, die nicht mehr von der Wohnnutzung gedeckt ist.

Stefanie L. zeigt sich nach der Verhandlung enttäuscht: „Die gehen wieder nur auf die Erotik los. Was diese Arbeit mit sich bringt, sieht man nicht.“ Ihr Ehemann und Manager Christian (35) sagt, er sei „sprachlos“. Er will bis in die letzte Instanz kämpfen. „Ganz Deutschland lacht über uns. Bayern ist zu verklemmt und zu prüde.“ Wenn Natalie Hot nicht daheim weiterarbeiten dürfe, dann „raus aus dem prüden Bayern und ab nach Malle.“

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