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Das neue Logo nutzt der Aichacher Brauer Norbert Zandtner seit Ende 2015. „HHB“ steht für „Hinterhofbräu“; das Staatliche Hofbräuhaus München klagt nun dagegen, weil es seine Markenrechte verletzt sieht.

Namensänderung verlangt

Wegen des Etiketts: Hofbräu verklagt diesen Brauer

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Aichach - Norbert Zandtner braut sein eigenes Bier, es heißt Hinterhofbräu und geht in Aichach ganz gut über die Theke. Alles wunderbar, oder fast alles. Denn der 36-Jährige wird verklagt.

Am liebsten würde Norbert Zandtner, 36, die Sache regeln, „wie man das in Bayern eben macht“. Bei einem Bier. Das ginge auch spontan, er hat ja eh welches da, hektoliterweise. Es müsste halt bloß einer der Hofbräu-Oberen vorbeikommen. Große Hoffnungen macht sich Zandtner aber nicht. Er hat auch wirklich wenig Grund dazu.

Der 36-Jährige braut seit etwa fünf Jahren sein eigenes Bier, in den Räumen einer alten Autowerkstatt, irgendwo in einem Aichacher Hinterhof; deswegen heißt sein Bier auch „Hinterhofbräu“. Pro Jahr stellt er 40 000 Liter her, füllt es ab und klebt die Etiketten auf die Flaschen. Den Großteil verkauft er in seiner Kneipe oder in seinem Laden, ein bisschen was geht an einen Getränkemarkt. „Ich mach’ das alles selbst“, sagt er. Ein Mann und sein Bier. Jetzt hat er eine Klage am Hals.

Zwerg gegen Riese

Das Staatliche Hofbräuhaus München will den kleinen Aichacher Betrieb gerichtlich dazu zwingen, seinen Namen und das Etikett zu ändern. Denn beides sei der Aufmachung des echten Hofbräu zu ähnlich – und verstoße deshalb gegen die Markenrechte des Staatsbetriebs. Ein Witz? Nix da – nicht wenn’s ums Bier geht.

Zwerg gegen Riese, Zandtner hat das schon einmal erlebt. 2013 bekam er zum ersten Mal Post vom Hofbräuhaus. Schon damals ging es um den Namen – und das alte Logo. Zu sehen waren zwei Hs und ein B, wobei eines der Hs etwas kleiner war und oberhalb des anderen H und des B stand. Man konnte entfernt an die Krone denken, die beim Hofbräu-Logo über dem berühmten „HB“ thront. Außerdem war das Logo – wie das des Konkurrenten – oval. Es gab Gespräche, Zandtner sah es ein, machte das obere H größer und aus dem Oval einen Kreis.

Dann herrschte Ruhe. Zwei Jahre lang habe er nichts mehr gehört, bis er vor etwa einem Jahr ein neues Schreiben im Briefkasten hatte. Es ging wieder um Logo und Namen. „Ich war schon sehr erstaunt“, sagt der 36-Jährige, zumal das neue Etikett nun wirklich kaum mehr mit dem „HB“-Logo zu verwechseln sei.

Hofbräuhaus-Sprecher: "Einigung hat es nie gegeben"

So klingt Zandtners Version der Geschichte. Die Gegenseite schildert alles etwas anders. „Eine Einigung hat es nie gegeben“, sagt Hofbräuhaus-Sprecher Stefan Hempl. Wahr sei, dass Zandtner sein Etikett geändert habe – aber ohne es mit dem Münchner Unternehmen abzusprechen. Außerdem behielt er den Namen bei, das sei nicht akzeptabel. Anwaltsschreiben gingen hin und her. Als klar war, dass Zandtner und seine Anwältin ihrerseits über Rechtsschritte nachdachten, reagierte Hofbräu – und klagte zuerst.

Dem Aichacher fliegen seither jede Menge Beistands-Bekundungen zu, schließlich ist David grundsätzlich sympathischer als Goliath. Dabei betont Hempl, man wolle gar nicht der „große Böse sein, der den armen Kleinen plattmacht“. Man müsse eben Markenrechte schützen, auch gegenüber kleinen Brauereien. Und dann will er eines schon noch gerade rücken: „Wir haben alles getan, um uns außergerichtlich zu einigen.“

Es gab Versuche, das gibt Zandtner zu. Hofbräu machte Änderungs-Vorschläge für den Namen seiner Brauerei. Aber die, sagt der Aichacher, waren kaum der Rede wert. Einer sah vor, „Hinterhofbräu“ getrennt zu schreiben: „Hinterhof Bräu“. Auch eine Version mit Bindestrich war im Angebot, aber das war Zandtner dann wirklich zu viel. Er sagt: „Ich lasse mir doch keinen Strich in den Namen setzen“, während Hempel sich fragt, warum er so bockt. Vielleicht, weil er doch im Windschatten der Münchner Brauerei segeln will?

Landgericht München muss entscheiden

Jetzt muss eben das Landgericht München entscheiden. Der Streit könnte den Aichacher, Jahresumsatz irgendwas um die 60 000 Euro, teuer zu stehen kommen. Andererseits ist er überzeugt, dass er Recht hat. Jeden Tag sprechen ihn Leute darauf an. Er sagt, Anwälte hätten angeboten, ihn kostenlos zu vertreten. Andere Hofbräu-Häuser hätten ihm am Telefon gut zugeredet. Sogar ein Logopäde habe sich gemeldet, der das Wort „Hinterhofbräu“ analysiert und festgestellt habe, „dass es schon von der Betonung ganz anders ist“ als Hofbräu.

Ob das die Richter interessieren wird? Der Gerichtstermin steht noch nicht, Zandtners Angebot dagegen schon: Er würde sich gerne mit Hofbräu-Chef Michael Möller auf ein Bier zusammensetzen. Auch Hofbräu-Sprecher Hempl bietet Gespräche an. Vielleicht gibt’s ja doch noch die Einigung im Hinterhof.

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