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Pisten-Spaß: Die Wintersaison 2015/16 steht kurz bevor. Viele bayerische Skigebiete wie Brauneck (Archiv-Foto) eröffnen am übernächsten Wochenende.

Staus und lange Wartezeiten

Wegen der Grenzkontrollen: Nach der Piste droht der Stau

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  • Thomas Radlmaier
    Thomas Radlmaier
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München/Salzburg – Skifahrer haben es in der bevorstehenden Saison schwer. Denn: Staus und lange Wartezeiten auf dem Heimweg von österreichischen Skigebieten programmiert - wegen der Grenzkontrollen.

Es war schon elf Uhr nachts, als Peter Schöttl am Mittwoch die Terrassentür seines Hauses in Schongau öffnete, hinausging und auf die Schnee bedeckten Felder schaute. „Durch den Mondschein war das so hell“, erzählt der Präsident des Verbandes Deutsche Seilbahnen (VDS), „da wusste ich: Jetzt beginnt die Skisaison.“ Und er weiß auch: Es könnte ein guter Winter werden für den bayerischen Skitourismus.

Viele Skigebiete in Österreich eröffnen am übernächsten Wochenende. In einigen Orten kann man bereits am Samstag auf die Piste. Doch deutsche Skitouristen müssen in diesem Winter viel Geduld aufbringen. Weil weiterhin viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen, kontrolliert die Polizei an der deutsch-österreichischen Grenze. Die Kontrollen könnten für deutsche Wintersportler, die mit dem Auto von Österreich nach Hause fahren, lange Staus auf Autobahnen bedeuten. Die Bundespolizei kann keine Entwarnung geben. „Man muss mit Beeinträchtigungen rechnen“, sagt der Sprecher der Bundespolizei Rosenheim, Manfred Ludwig.

Erhöhter Andrang an den Wochenenden

Autobahn-Stress: Die Polizei kontrolliert an der deutsch-österreichischen Grenze. Staus sind programmiert.

Am Abend beträgt die normale Wartezeit auf der Autobahn A8 in Fahrtrichtung München kurz nach der Grenze bei Piding derzeit eine halbe Stunde. „An den Wochenenden rechnen wir mit erhöhtem Andrang, da kann sich der Stau schon mal eine Stunde hinziehen“, sagt Ludwig. Schleichrouten, etwa über Freilassing gebe es nicht. „Auf der Saalachbrücke stehen wir ja auch.“ Ähnlich ist es auf der Inntalautobahn A 93, wo die Polizei kurz hinter der Grenze bei Kiefersfelden einen Kontrollposten eingerichtet hat. Die Regel ist, dass sich der Verkehr in Fahrtrichtung München bis zur Auffahrt Kufstein-Nord rückstaut – Wartezeit: 20 Minuten oder auch mehr. Dies werde auch den ganzen Winter über so sein. Das Bundesinnenministerium habe angeordnet, dass die Grenzkontrollen mindestens bis Mitte Februar andauern werden, berichtet Ludwig. Etwas entspannter könnte es nur am Achenpaß sein, wo die Polizei keine stationären Kontrollposten hat, sondern nur verstärkt Streife fährt.

Könnte es sein, dass die Grenzkontrollen den bayerischen Skigebieten zusätzliche Tagesausflügler beschert? „Da habe ich auch schon dran gedacht“, sagt der Geschäftsführer der Alpenplus-Lifte, Peter Lorenz, gegenüber unserer Zeitung. Am Brauneck, Sudelfeld oder Spitzing ist offizieller Saisonstart am übernächsten Wochenende, sofern die Schneelage es zulässt. „Es sieht gut aus“, meint Lorenz.

VDS-Vize Hannes Rechenauer ist sich fast sicher, dass bayerische Skigebiete von den Kontrollen profitieren. Skitouristen aus Bayern würden es sich heuer zweimal überlegen, ob sie weiter nach Tirol fahren, sagt er. „Das ist ein positiver Effekt einer Sache, die eigentlich negativ ist.“

80 Millionen Euro für Anlange und Sanierung

Und auch Lifte und Seilbahnen sind in Schuss: 80 Millionen Euro haben die Lift-Betreiber für die anstehende Wintersaison investiert in neue Anlagen und die Sanierung von bestehenden. Der größten Kostenpunkt ist mit 34 Millionen Euro die Eibsee-Seilbahn an der Zugspitze. Am Oberjoch (Landkreis Ostallgäu) hat man für 22 Millionen Euro zwei neue Sechser und einen Achter-Sessellift gebaut. Ansonsten haben Seilbahn-Inhaber Geld für neue Beschneiungsanlagen ausgegeben, so Rechenauer. In Bayern sei man vorbereitet auf einen möglichen Ansturm von Ski- und Snowboardfahrern wegen der Grenzkontrollen.

In den österreichischen Skigebieten sieht man die Lage zumindest offiziell „relativ entspannt“, wie ein Sprecher des Skigebiets Axamer Lizum (südlich von Innsbruck) sagt. Auf die Frage, ob er mit den Grenzkontrollen hadere, sagt er: „Darüber haben wir uns noch gar keine Gedanken gemacht.“ Ähnlich sieht das Anita Baumgartner, Marketingleiterin der Skiwelt Wilder Kaiser Brixental (südlich von Kufstein). „Wir freuen uns einfach auf den Winter“, sagt sie. Die Grenzkontrollen sieht Baumgartner locker: Wer von Bayern nach Österreich fahre, habe keine Probleme, sagt sie. Erst bei der Heimfahrt könnte man im Stau stehen. Aber: „Wir haben Null Erfahrungswerte.“ Die könnte es aber schon an diesem Wochenende geben, wenn am Samstag in Elmau das erste Skigebiet am Wilden Kaiser eröffnet.

Oder in Flachau, Wagrain und St. Johann. Diese Skigebiete gehören zur Skiwelt Amadé (bei Salzburg). Auf Anfrage unserer Zeitung wollte sich niemand äußern. Eine Pressesprecherin verschickte stattdessen ein Statement des Landes Salzburg. Darin heißt es lapidar: „An reisestarken Tagen wissen die Urlauber natürlich, dass auf den Autobahnen viel los ist.“

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