Wegen Missbrauch: Mehr als vier Jahre Haft für Vater

Nürnberg/Roth - Weil er seine Tochter jahrelang sexuell missbraucht hat, muss ein 43-jähriger Vater für viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Die heute 18-jährige Frau ist noch immer traumatisiert.

Er hatte jahrelang seine Tochter sexuell missbraucht - dafür muss ein 43 Jahre alter Mann aus dem mittelfränkischen Roth nun für viereinhalb Jahre in Haft. Außerdem verpflichtete das Landgericht Nürnberg-Fürth den alkoholkranken Angeklagten zu einer Entziehungskur. Der verheiratete Mann hatte die ihm zur Last gelegten 13 Misshandlungsfälle ausnahmslos gestanden und dadurch den Prozess abgekürzt. Das Strafverfahren war ursprünglich auf zwei Tage angesetzt.

Der gelernte Raumpfleger räumte ein, sich an seiner heute 18 Jahre alten Tochter zum ersten Mal vor zehn Jahren vergangenen zu haben. Erst kurz vor ihrem 14. Lebensjahr ließ er von ihr ab. Die als Nebenklägerin auftretende Tochter gab an, als Kind zunächst gar nicht verstanden zu haben, was mit ihr geschah. Sie habe gedacht, es sei vielleicht üblich, dass Väter ihre Töchter an intimen Stellen berührten. „Später habe ich mich dann aber nicht mehr wohl in meiner Haut gefühlt und bin zur Polizei gegangen“, schilderte sie der Strafkammer.

Die Tochter schien von dem Prozess gegen ihren Vater sichtlich mitgenommen. Kurz vor Prozessbeginn brach sie zusammen. Später litt sie immer wieder unter Weinkrämpfe. In ihrer Aussage vor Gericht äußerte sie mehrfach Zweifel an ihrem Vorgehen und warf sich vor, mit ihrer Strafanzeige ihre Familie zerstört zu haben. Ein Gutachter erklärte im dem Prozess, das Verhalten der missbrauchten Tochter sei durchaus üblich: „Viele Opfer machen sich später schwere Vorwürfe, dass sie ein Familienmitglied angezeigt haben“. Er riet der jungen Frau zu einer Trauma-Therapie.

dpa

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