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Weiden in der Oberpfalz

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Altes Rathaus in der Altstadt in Weiden in der Oberpfalz
Altes Rathaus in der Altstadt in Weiden in der Oberpfalz © IMAGO

Weiden in der Oberpfalz ist ein wichtiges Einkaufs- und Wirtschaftszentrum für die Region. Außerdem befinden sich zahlreiche Schulen und Bildungseinrichtungen in der Stadt.

Weiden in der Oberpfalz – Am 1. Januar 1919 erlangte die Stadt den Status der Kreisfreiheit. Zuvor hatte der erste Ministerpräsident der Weimarer Republik, Kurt Eisner von der USPD, die entsprechende Verfügung am 17. Dezember 1918 veranlasst. Bis heute ist Weiden in der Oberpfalz kreisfrei.

Weiden in der Oberpfalz: Lage und geografische Verhältnisse

Das Stadtgebiet von Weiden in der Oberpfalz erstreckt sich über eine Fläche von knapp 71 Quadratkilometern und wird vollständig vom Landkreis Neustadt an der Waldnaab eingeschlossen. Die Stadt liegt auf einer Höhe von knapp 400 Metern. Die Lage im Tal des Flusses Waldnaab prägt den Naturraum in dieser Region. Das Stadtgebiet weist bis heute zahlreiche Auen und Weiden auf. Deren Fläche wird zu 34 Prozent landwirtschaftlich genutzt und besteht zu über 31 Prozent aus Wäldern.

Weiden in der Oberpfalz: Die Geschichte von den Anfängen bis zum Ende des Mittelalters

Historiker halten es für gesichert, dass der Name Weiden in der Oberpfalz entweder auf das zahlreiche Vorkommen der gleichnamigen Bäume oder auf Viehweiden zurückgeht. Bereits im 11. Jahrhundert ist von ersten Ansiedlungen in der Region auszugehen. Die erste überlieferte, urkundliche Erwähnung der Stadt erfolgte 1241: Damals wurde der Name „bei den Weiden“ im Zusammenhang mit einer Erbauseinandersetzung zwischen Staufer-König Konrad IV und Vohburger Markgrafen erwähnt.

Die verkehrstechnisch günstige Lage förderte den Aufstieg des Ortes zu einer bedeutenden Handelsstadt: Weiden in der Oberpfalz lag am Knotenpunkt der „Goldenen Straße“, die Nürnberg und Prag miteinander verband und während des Mittelalters einen wichtigen Handelsweg darstellte, und der „Magdeburger Straße“. Diese führte von der Ost- und Nordsee über Magdeburg und Regensburg bis nach Italien. Diese Handelsstraße diente vor allem dem Transport von Bernstein, Fisch und Salz.

Im 15. Jahrhundert gehörte die Stadt zum Gemeinschaftsamt Parkstein-Weiden. Dieses Kondominat bestand innerhalb des Heiligen Deutschen Reichs auf dem Gebiet der nördlichen Oberpfalz. Durch diese Zugehörigkeit erhielt Weiden an der Oberpfalz ein Gericht.

Weiden in der Oberpfalz: Die Geschichte vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts

Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) und die zu dieser Zeit wütenden Pestausbrüche führten zu zahlreichen Toten und verheerenden Zerstörungen in der Stadt. Während des Kriegs besetzten schwedische Truppen Weiden in der Oberpfalz in den Jahren 1634 und 1635. Nach Kriegsende kam es unter dem schwedischen Heerführer Hans Christoph Graf von Königsmarck erneut zu einer Belagerung der Stadt.

Im frühen 18. Jahrhundert kam Weiden an der Oberpfalz zum Fürstentum Pfalzgrafschaft Pfalz-Sulzbach, einem reichsunmittelbaren, selbstständigen Fürstentum im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Wenige Jahrzehnte später, 1777, wurde die Stadt in das 1623 gegründete Kurfürstentum Bayern integriert. Nachdem das Fürstentum 1806 seine Kurwürde verloren hatte, wurde es mit Weiden an der Oberpfalz Teil des im gleichen Jahr gegründeten Königreichs Bayern.

Weiden in der Oberpfalz: Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart

Der Anschluss von Weiden in der Oberpfalz an das bayerische Eisenbahnnetz erfolgte erst 1863 und damit später als in vielen anderen Städten des Königreichs. Die Verbesserung der verkehrstechnischen Anbindung führte in den folgenden Jahren zu einem lang anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung. Insbesondere die Porzellan- und Glasherstellung blühte auf, zahlreiche neue Betriebe siedelten sich in der Stadt an.

Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde Weiden in der Oberpfalz kreisfrei. Während des Dritten Reichs beziehungsweise des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt zum wichtigen Truppenstandort. Außerdem befand sich ein Kriegsgefangenenlager auf dem Stadtgebiet. Im April 1945 bombardierte die US-Airforce mehrere Ziele in Weiden in der Oberpfalz, unter anderem das Wasserwerk und den Bahnhof.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Stadt zur amerikanischen Besatzungszone. Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen wuchs die Einwohnerzahl stark an: Lebten 1939 vor Kriegsbeginn lediglich knapp 28.500 Menschen in der Stadt, waren es in der Nachkriegszeit rund 40.000 Personen.

Während der Deutschen Teilung war Weiden in der Oberpfalz durch die Zonenrandlage wirtschaftlich stark benachteiligt. Durch die Wende beziehungsweise den Fall des Eisernen Vorhangs profitierte die Stadt erheblich, vor allem aufgrund der intensivierten Beziehungen zum Nachbarland Tschechei.

Weiden in der Oberpfalz: Verwaltung und Einwohner

In der heutigen Form entstand Weiden in der Oberpfalz durch die große Gebietsreform, die der Bayerische Freistaat in den 70er-Jahren durchführte. In diesem Rahmen kamen mit Wirkung zum 1. Juli 1972 die folgenden Orte durch Eingemeindungen zur Stadt:

Darüber hinaus erfolgten weitere Eingemeindungen mit Wirkung zum 1. Mai 1978.

Inzwischen hat die Stadt 42.743 Einwohner (Stand: Dezember 2019). Dies bedeutet eine Bevölkerungsdichte von 606 Einwohnern je Quadratkilometer.

Das Stadtgebiet ist in 15 Stadtteile untergliedert, dabei handelt es sich um die folgenden Quartiere:

Weiden in der Oberpfalz: Politik und Wirtschaft

Die beiden Parteien CSU und SPD dominieren die Politik in Weiden in der Oberpfalz und stellen seit vielen Jahren im Wechsel den Oberbürgermeister der Stadt. Seit der letzten Kommunalwahl 2020 hat der SPD-Politiker Jens Meyer dieses Amt inne. In dieser Wahl sicherte sich die CSU als stärkste politische Kraft 14 der insgesamt 40 Sitze im Stadtrat. Die SPD brachte es auf zehn Sitze.

Die Weidener Wirtschaft weist seit vielen Jahren ein überdurchschnittliches Bruttoinlandsprodukt je Einwohner auf, sowohl in Bezug auf den Freistaat Bayern als auch auf ganz Deutschland. Die Glas- und Porzellanindustrie unterhält hier noch einige Produktionsstätten, unterliegt jedoch einem starken Strukturwandel mit entsprechendem Abbau von Arbeitsplätzen. Dreiviertel der Weidener Arbeitnehmer sind heutzutage in der Dienstleistungsbranche beschäftigt.

Zu den größten hier ansässigen Unternehmen gehören die folgenden Firmen:

Weiden in der Oberpfalz: Kultur und Sehenswürdigkeiten

Weiden in der Oberpfalz hat zahlreiche Bildungsstätten, die auch von vielen Schülern aus den umliegenden Orten besucht werden. Zum Bildungsangebot gehören unter anderem drei Gymnasien, mehrere Berufs- und Fachschulen sowie ein sonderpädagogisches Förderzentrum. Darüber hinaus ist die Stadt Standort der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden, die unter anderem die folgenden Bachelor- oder Master-Studiengänge anbietet:

Der weltberühmte Komponist, Musiker und Dirigent Max Reger wurde in der Nähe von Weiden in der Oberpfalz geboren und verbrachte viele Jahres seines Lebens in der Stadt. Ihm zu Ehren finden die Max-Reger-Tage statt, außerdem können Musikinteressierte das Max-Reger-Haus besuchen. Darüber hinaus wurden ein Park und das Kultur- und Veranstaltungszentrum der Stadt nach dem bekannten Komponisten benannt.

Zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten zählen das Internationale Keramik-Museum Weiden und das Max-Bresele-Museum. Es präsentiert zahlreiche Werke des vielseitigen Künstlers, der sich als Maler, Bildhauer, Objektkünstler und Filmemacher betätigte.

Weiden in der Oberpfalz: Weitere Sehenswürdigkeiten

Die Stadt hat zahlreiche Baudenkmäler zu bieten, wie zum Beispiel:

Auch die Waldsassener Kasernen stellen ein sehenswertes Gebäude in Weiden in der Oberpfalz dar. Es wurde im Barockstil errichtet. Heute sind darin das Internationale Keramikmuseum sowie die Regionalbücherei untergebracht.

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