Auf Ehemann eingestochen

Verkäuferin wollte Lebensversicherung

Weiden - Um die Lebensversicherung zu kassieren, wollte eine 42-jährige Verkäuferin ihren Mann töten. Mit einem Küchenmesser ging sie auf ihn los. Nun steht sie vor Gericht.

Um die Lebensversicherung zu kassieren, hat eine 42-Jährige versucht, ihren Ehemann zu töten. Sie habe geplant, ihren Mann umzubringen, damit dieser nicht von ihren 80 000 Euro Schulden erfährt, sagte die Angeklagte am Mittwoch vor dem Landgericht Weiden. Zudem hab sie so an das Geld aus der Versicherung kommen wollen. Die Verkäuferin aus Grafenwöhr (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) muss sich wegen versuchten Mordes verantworten. Die Angeklagte sagte, sie habe sich von hinten an ihren Mann geschlichen und mehrmals mit einem Küchenmesser auf ihn eingestochen. Der Mann überlebte den Angriff Ende November 2012.

Die Frau sagte, ihr Ehemann habe von einem Großteil der Schulden nichts gewusst. In einem Fall habe sie gar seine Unterschrift erschlichen, um an einen Kredit zu kommen. Als einer der privaten Geldgeber drohte, ihrem Mann von der Anleihe zu erzählen, wenn sie nicht sofort zurückzahle, habe sie sich in die Enge gedrängt gefühlt und den Plan gefasst, ihren Ehemann zu töten. „Ich hatte Angst, dass er mich rauswirft“, sagte die 42-Jährige.

Am Tattag brachte sie ihren Mann zunächst zum Stammtisch in eine Gaststube bei Pressath (Landkreis Neustadt an der Waldnaab), erzählte die 42-Jährige. Anschließend fuhr sie nach Hause, holte eine Sturmhaube und ein Küchenmesser und fuhr zurück zu der Gaststube.

Nachdem sie einige Zeit gewartet habe, sei ihr Mann herausgekommen und habe gepinkelt, erklärte die sichtlich angespannte Angeklagte. Da habe sie die Sturmhaube über das Gesicht gezogen, sich an ihn herangeschlichen und das Messer aus der Jacke gezogen. Ihr Mann habe ihre Schritte auf dem Schnee gehört und sich unmittelbar vor dem Angriff umgedreht. Er habe sich gewehrt und ihr zweimal ins Gesicht geschlagen, während sie mehrmals zustach. Anschließend flüchtete sie nach Hause und legt die Waffe in den Geschirrspüler. Ihr Mann wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, wer ihn angegriffen hatte.

Als sie wieder zu Hause war, rief ihr Mann sie an und sagte: „Komm! Es wollte mich jemand abstechen.“ Als er dann die Verletzungen in ihrem Gesicht sah, sagte sie ihm, sie sei gestürzt. Um zusätzlich von ihrer Täterschaft abzulenken, verfasste sie zwei anonyme Bekennerschreiben - eines warf sie in den eigenen Briefkasten, das andere klemmte sie an die Windschutzscheibe des Autos. Wegen ihrer Verletzungen kam die Polizei der Frau schließlich auf die Schliche.

Der Prozess wird am Freitag (13. September) fortgesetzt. Mit einem Urteil wird in der kommenden Woche gerechnet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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