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Bereit für die Schlacht: Ganze Armeen an Schoko-Nikoläusen warten darauf, bald in den Regalen der Supermärkte verkauft zu werden. Die Schoko-Firmen stellen gerade hundertausende Stück pro Tag her. Im August herrscht in der Branche Ausnahmezustand.

Verfrühtes Weihnachtsfieber

Hilfe, die Nikoläuse kommen!

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München – Wir haben noch Sommer, aber trotzdem schleichen sie sich schon an – die Schoko-Nikoläuse. Viele Millionen von ihnen stehen in den Startlöchern, um in die Regale zu hüpfen. In der Schoko-Branche herrscht gerade Hochbetrieb. Besonders in Bayern weihnachtet es im August schon sehr.

Ja, is denn scho wieder Weihnachten? Irgendwie schon. Abermillionen Schokonikoläuse stehen schon in den Startlöchern. Sie alle wollen demnächst gegessen werden. Alleine die Firma Brandt aus Landshut hat schon sagenhafte 35 Millionen Stück produziert, weitere zwölf Millionen sollen noch folgen. Ganze Armeen an Nikoläusen werden gerade Tag für Tag geboren, gegossen, verpackt – und mit speziell gekühlten Lastwagen und Zügen quer durch die Republik geschickt.

Die Schoko-Nikolaus-Branche hat gerade stressige Zeiten. Und das Ende August, vier Monate vor Weihnachten. Hört sich verrückt an – ist aber ganz normal. So läuft das Jahr für Jahr, auch wenn viele Menschen glauben, die Nikoläuse landen immer früher in den Regalen.

Spekulatius und Lebkuchen sind bereits in Supermarkt-Regalen zu finden

Aber noch haben wir ein bisschen Schonfrist. Die ersten Packerl mit Spekulatius und Lebkuchen wurden zwar schon in Bayerns Supermärkten gesichtet, aber „schokolierte Ware“ wie Weihnachtsmänner, Pralinen und Adventskalender werden „erst ab Mitte Oktober ausgeliefert“, heißt es zum Beispiel beim Handelskonzern Rewe.

Lindt, Ferrero, Milka, – wer an den Schoko-Nikolaus und sein Pendant, den hierzulande vielerorts weniger beliebten Weihnachtsmann denkt, der denkt gleich an die großen Schoko-Hersteller. Aber man sollte auch an eine Firma aus der kleinen Marktgemeinde Glonn im Kreis Ebersberg denken. Hier ist ein Weltmarktführer zu Hause, wenn es um Schoko-Hohlkörper geht: die Firma Brunner, die sich auf Schokoladenformen spezialisiert hat.

In Schoko-Kreisen ist Weihnachten ein gigantisches Geschäft

Brunner vertreibt seine Formen in Südamerika, der Mongolei, Afrika und fast der ganzen restlichen Welt. Wenn im Supermarkt irgendwo ein Schoko-Nikolaus, ein Schoko-Osterhase oder ein Schoko-Engel steht, dann ist die Chance ziemlich hoch, dass die Form dazu aus Glonn stammt. Gerade sind sie bei der Schoko-Formen-Firma auch schon mitten im Weihnachtsgeschäft. Besonders beliebt ist der „Weihnachtsmann schreitend“, erzählt Designerin Monika Rothen-aicher. Das ist ein Weihnachtsmann mit einem leicht verstörten Blick, einem Sack auf dem Rücken und einem Stock in der Hand. Preis pro Form: ab 38,60 Euro.

Aber bei Brunner gibt es auch den „Weihnachtsmann mit Baum“, den „Weihnachtsmann mit Bär“, den „Weihnachtsmann mit Elch“ und das „dynamische Rentier“. Die Produktpallette ist schier grenzenlos groß, da findet jeder Schokofreund das Richtige. Allein hier merkt man: In Schoko-Kreisen ist Weihnachten ein gigantisches Geschäft. Laut dem Marktforschungsinstitut Nielsen macht der Handel mit dem Naschwerk einen Umsatz von 106 Millionen Euro.

Manche nerven Nikoläuse, die schon Wochen in den Regalen stehen. Andere freuen sich wie ein Schoko-Schneekönig, wenn sie endlich den ersten des Jahres in den Händen halten. Designerin Monika Rothenaicher ist jetzt ein Geniestreich gelungen. Sie hat ein neues Produkt entwickelt, das im Grunde ganzjährig zum Einsatz kommen kann. Die eierlegende Wollmilchsau der Schokoformen-Szene – ein Weihnachtshase. „Läuft sehr gut“, sagt Rothen-aicher. Sowieso.

Stefan Sessler mit dpa

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