Am Christkindlmarkt in Wasserburg

Weihnachtslieder zum friedlichen Anti-AfD-Protest

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Wasserburg am Inn - Weil die AfD am Christkindlmarkt in Wasserburg einen Infostand aufgebaut hatte, starteten einige Wasserburger eine Protestaktion: Sie sangen Weihnachtslieder. 

Eigentlich herrscht am Christkindlmarkt in Wasserburg am Inn inmitten der der malerischen Altstadt entspannte Vorweihnachtsstimmung. Wie sueddeutsche.de berichtet, kam es am dritten Adventswochenende aber zu einem Polizei-Einsatz. Der Grund: eine Protestaktion gegen einen AfD-Infostand. 

Eine Wasserburger hatten sich spontan zusammengefunden, und direkt vor dem AfD-Pavillon Weihnachtslieder zum Besten gegeben - sogar mit Akkordeon und Liedblättern. Infolge dessen musste die Polizei anrücken und Teile der Altstadt für den Verkehr sperren. 

Sehr zum Ärger der Standbetreiber und Geschäftsinhaber vor Ort. „Noch nie und nirgends habe ich jemals auf einem Christkindlmarkt einen politischen Infostand gesehen - der zeitweise durch sechs von Steuergeldern bezahlten Polizisten bewacht wurde", schrieb Standbetreiber Edmund Ernst - laut sueddeutsche.de in einem offenen Brief an Bürgermeister Michael Kölbl (SPD). Zudem wies er darauf hin, „dass auch Josef und Maria Flüchtlinge waren". Ihm stößt vor allem die Tatsache sauer auf, dass die Stadt überhaupt Politik am Christkindlmarkt billigt. "Ich hätte es auch nicht gut gefunden, wenn's die Grünen oder die CSU gewesen wären", sagte Ernst im Gespräch mit sueddeutsche.de.

Bürgermeister Kölbl weist jegliche Schuld von sich. "Da sich der Infostand auch außerhalb des offiziell festgesetzten Christkindlmarktgebietes befand, hatte die Stadt Wasserburg keinen Ermessensspielraum und musste die beantragte Sondernutzungserlaubnis erteilen." Zudem sei die Afd nicht verboten und genieße somit die gleichen Rechte wie alle anderen Parteien auch. 

Proteste gegen die AfD häufen sich, auch in der Region München erfährt die Partei Gegenwind. Mitte November hatten Unbekannte die Geschäftsstelle in Unterhaching verwüstet, nur drei Tage später hatten Steinewerfer Türen und Fenster des Truderinger Gasthauses „Goldener Stern“ zerstört, das die beiden Direktkandidaten für die Bundestagswahl aus Nürnberg und München, Martin Sichert und Wilfried Biedermann, für eine Veranstaltung gemietet hatten.  

hb

 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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