Weihnachtsmärkte ziehen positive Bilanz

München - Die Zeit der dampfenden Glühweinbecher zwischen Ständen und unter weihnachtlichen Klängen neigt sich dem Ende. Bayerns Weihnachtsmärkte waren heuer gut besucht.

Die großen Weihnachtsmärkte in Bayern ziehen eine durchweg positive Bilanz der diesjährigen Saison. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei den größten Städten im Freistaat. So konnten trotz des bisher wenig weihnachtlichen Wetters die Christkindlmärkte der Städte Nürnberg, München, Augsburg und Regensburg die Besucherzahlen von 2010 erreichen oder sogar übertreffen. Vor allem in den ersten milden und trockenen Wochen strömten die Besucher zu den Märkten und griffen besonders beim Kunsthandwerk zu.

„Heuer hat sich gezeigt, dass der Christkindlesmarkt nach wie vor eine ungebrochene Anziehungskraft hat“, sagte der Leiter des Nürnberger Marktamts, Helmut Nordhardt. Schätzungen zufolge werden bis Heiligabend 2,3 Millionen Menschen und damit 15 Prozent mehr als im Vorjahr den berühmten Weihnachtsmarkt besucht haben. Nachdem Schnee- und Eisglätte im Jahr 2010 vor allem die Franken selbst von einem Christkindlesmarkt-Besuch abgehalten hätte, seien nun wieder verstärkt Menschen aus der Region in das „Städtlein aus Holz und Tuch“ gekommen, berichtete der Amtsleiter.

Gleichzeitig sei die Zahl der Reisebusse, die den Markt anführen, auf 3900 gestiegen. „Auch da gibt es eine schöne Aufwärtsentwicklung von fast zehn Prozent“, bilanzierte Nordhardt. Dementsprechend gut sei die Stimmung unter den 187 Händlern auf dem Markt. Markus Krug vom Bayerischen Landesverband der Marktkaufleute in Nürnberg bestätigt diesen Eindruck: „Die Aussteller sind recht zufrieden aufgrund des schönen Wetters.“

Bis zu drei Millionen Besucher kamen heuer zum größten Münchner Christkindlmarkt am Marienplatz, etwa 400 000 mehr als im letzten Jahr. Der städtische Weihnachsmarkt ist einer von vielen Märkten in München. Die gute Bilanz hängt nach Angaben des Tourismusamts München auch mit der diesjährigen langen Laufzeit und dem auf etwa 170 Buden vergrößerten Markt zusammen. Auch auch das milde Wetter ließ die Besucherzahlen steigen. Nur der Glühweinabsatz war nach Aussage von Tourismuschefin Gabriele Weishäupl rückläufig. „Der Glühwein wird bei frühlingshaftem Wetter nicht so genossen.“ Die Hälfte der Besucher des Münchner Weihnachtsmarkts seien Touristen gewesen. „Das sind die Leute, die kaufen.“ Dabei achteten die Besucher auf Qualität statt auf Quantität. „Hochwertige Handarbeit war sehr beliebt.“

Dieser Trend war auch in Augsburg spürbar. „Weihnachtskrippen und Kugeln gehen nicht mehr so gut, dafür eher Kunsthandwerk“, sagte Werner Kaufmann vom Augsburger Marktamt. Nach Angaben der Stadt wird die Besuchermarke vom vorigen Jahr mit etwa einer Million Besucher dieses Jahr wieder erreicht werden. „Die Händler loben das Geschäft, vor allem die ersten drei Wochen waren hervorragend.“ Auch in Augsburg freute man sich über internationales Publikum, das die 103 Buden am Augsburger Christkindlesmarkt besuchte. „Etwa 800 Touristenbusse sind nach Augsburg gekommen.“

In Regensburg hat sich das Geschäft für die Standbetreiber auf den Märkten in diesem Jahr ebenfalls gelohnt. „Die Umsätze schauen gut aus“, sagte eine Sprecherin der Stadt, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Besonders gut gelaufen seien in diesem Jahr hochwertige Waren wie geschnitzte Krippenfiguren und Schafsmilchseife, berichtet der Betreiber des größten Regensburger Weihnachtsmarktes auf dem Neupfarrplatz. 2010 seien wegen des Winterwetters viele auswärtige Besucher weggeblieben, dagegen sei es in diesem Jahr zum Teil sehr voll gewesen: „Samstagsabends gab es ein großes Kuschelerlebnis.“

dpa

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