Weihnachtspost aus Himmelstadt: 70.000 Briefe aus aller Welt

Himmelstadt - China, USA, England, Deutschland - das Christkind in Himmelstadt hat in diesem Jahr schon mehr als 60 000 Briefe aus aller Welt beantwortet.

“Bis Heiligabend werden es etwa 70 000 werden“, sagte die Leiterin Rosemarie Schotte am Mittwoch in Himmelstadt. Das bayernweit einzige Weihnachtspostamt ist eine von sieben offiziellen Adressen, an die Kinder ihre Wunschzettel für den Weihnachtsmann, den Nikolaus oder das Christkind schicken können. In den Filialen der Deutschen Post arbeiten vor allem ehrenamtliche Mitarbeiter. Die meisten Wunschbriefe werden ins brandenburgische Himmelpfort geschickt, rund 280 000 jährlich.

Der überwiegende Teil der Kinder erhält einen verzierten Antwortbrief mit einem vorformuliertem Text. “Aber es gibt auch Wunschzettel, auf die wollen wir persönlich antworten. Die mit besonderen Wünschen oder Geschichten“, sagt die Rentnerin, die seit fast 20 Jahren die gute Seele im einzigen bayerischen Weihnachtspostamt ist.

Wegen dieses Anspruchs sind die 71-Jährige und ihre Helfer nun sogar als “bestes Weihnachtspostamt“ ausgezeichnet worden. Das Kindernachrichtenmagazin “Dein Spiegel“ hat sechs Weihnachtspostämter getestet und unter anderem den Stil der Antwortbriefe und den Persönlichkeitsfaktor bewertet. Die Himmelstädter Schreibstube hat dabei am meisten beeindruckt. Auf der Rückseite des Antwortschreibens gehe es auf die Wünsche des kleinen Briefschreibers ein, das habe bei dem eingeschickten Testbrief sonst keiner gemacht, schreibt das Magazin in der Auswertung. “Endlich mal ein Brief, bei dem man das Gefühl hat, dass jemand im Weihnachtspostamt den Kinder-Wunschzettel wirklich gelesen hat“, lautet das Fazit.

Diese Auszeichnung sei natürlich ein schönes Lob, sagt Schotte. Doch noch wichtiger sei es ihr, die Kinder glücklich zu machen. “Das ist doch das, was wirklich zählt. Wenn Mütter sich bei uns für die leuchtenden Augen ihrer Kinder bedanken, ist das doch die schönste Bestätigung.“ Strahlende Augen dürfte es in diesem Jahr auch in Hongkong gegeben haben. Fast 100 Briefe seien aus China ins Büro des Christkinds geflattert. “Die meisten wollten eine Antwort in deutsch haben, damit sie die Sprache besser lernen können.“

dpa

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