Weihnachtswetter: Schnee wär’ schee

München - Matschwetter oder glitzernde Pracht? Der Krimi um weiße Weihnachten geht weiter. Noch gibt es Hoffnung: Ende der Woche soll es wieder kälter werden. Doch woher kommt überhaupt unser Wunsch nach Schnee zum Feste?

Der größte Feind der weißen Weihnachten heißt „Petra“: Ein Tief, das sich bisher von seiner winterlichen Seite zeigte, jetzt aber für Tauwetter sorgt. Die Temperaturen steigen bis Donnerstag allmählich. Im Süden Bayerns klettert das Thermometer deutlich in den Plusbereich, im Norden bleibt es kälter. „Rund um München sind bis zu 12 Grad drin“, sagt Meteorologe Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Auch der Regen hat dem Schnee gestern arg zugesetzt. Doch damit soll Schluss sein. „Auflockerungen mit Sonne“, sagt Wünsche für den Süden voraus.

Bis zu 800 Höhenmetern geht es der weißen Pracht an den Kragen. „In höheren Lagen wird sich der Schnee aber halten“, so Wünsche. Mit weißen Weihnachten können beispielsweise Schliersee (777 m) und Hohenpeißenberg (780 m) rechnen, eine Zitterpartie wird es in Bad Tölz (659 m) und rund um Starnberg (588 m). Ob dort allerdings mit altem Schnee vorlieb genommen werden muss oder ob frische Flocken fallen: Der Meteorologe hält sich bedeckt. Die Vorhersagen seien unsicher, pünktlich zur Bescherung könnte aber kalte Luft einfließen, Niederschläge würden sich dann in Schnee verwandeln. Optimistischer sind die Meteorologen von wetter.de: Eine 75-Prozent-Chance geben sie der weißen Weihnacht in und um München.

Tauwetter ist normal

Jedes Jahr das gleiche: Kurz vor Weihnachten beginnt das Tauwetter. Laut Deutschem Wetterdienst ein meteorologisches Phänomen, das in sieben von zehn Wintern eintritt: Meist zwischen dem 24. und 29. Dezember, dieses Jahr eben schon wenige Tage früher. In den vergangenen zehn Jahren gab es in München nur dreimal weiße Weihnachten, so die Statistik des DWD. Zuletzt lag 2005 an Heiligabend Schnee, allerdings nur magere vier Zentimeter. Noch dünner war die weiße Pracht 2003 mit drei Zentimetern. Unter einer richtig üppigen Schneedecke lag die Landeshauptstadt letztmals 2001. Übrigens: Nach Weihnachten kommt häufig die nächste Kältefront, weiß Meteorologe Wünsche.

Sehnsucht nach weiß

Schnee im Januar? Dann ist es zu spät. Pünktlich zu Weihnachten soll er fallen. Aber woher kommt diese Sehnsucht eigentlich? Michael Ritter, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, hat eine Erklärung: „Weihnachten ist die Zeit der Wärme und des häuslichen Zusammenseins. Schnee als Symbol für Frost bietet dazu den passenden Kontrast.“ Handfeste Belege in der Literatur für seine These gebe es allerdings keine.

Auch aus christlicher Sicht gibt es keine Erklärung für den frommen Wunsch nach weißen Weihnachten. Es sei schlicht klimatisch bedingt, sagt Pfarrer und Dekan Albert Bauernfeind aus Fürstenfeldbruck: „Weihnachten wird bei uns im Winter gefeiert und dazu gehört Schnee.“

Weltlich geht auch Pfarrer und Dekan Walter Waldschütz aus Tegernsee an die Frage heran: „Im Dezember sind die Tage kurz. Schnee bringt Helligkeit, nach der sich die Menschen sehnen.“ Und auch für Eltern bringe die weiße Pracht praktische Vorteile: „Die Freizeitgestaltung wird einfacher.“ Denn Kinder liebten Schlittenfahren und Pistengaudi.

Aglaja Adam

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