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Zwei Frauen und ein Mann müssen sich vor Gericht verantworten - sie sind in Altenheime eingebrochen

Mit Brecheisen und Schraubenzieher

Altenheim-Räubern wird ein Deal angeboten

Nürnberg - Weil sie in Seniorenwohnheime eingebrochen sein soll, steht eine Bande vor Gericht. Ein Deal soll den Prozess abkürzen.

Sie kamen immer zur Mittagszeit und beklauten nur Senioren: Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth hat am Freitag der Prozess gegen ein Trio begonnen, das gezielt in Senioren-Residenzen eingebrochen sein soll. Die 25- und 32 Jahre alten Frauen und der 34 Jahre alte Mann sind des schweren Bandendiebstahls angeklagt. Sie sollen in wechselnder Besetzung bundesweit 45 Mal zugeschlagen und mehr als 335 000 Euro erbeutet haben.

Um das Verfahren wegen der Vielzahl der Fälle abzukürzen, strebten Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung zum Prozessbeginn eine Vereinbarung an - zunächst erfolglos. Bei einem Geständnis hielt die Kammer für den Mann ein Strafmaß von sechseinhalb bis acht Jahren für möglich, für die Frauen drei bis fünf Jahre. Die Verteidigung fand das überzogen und fordert für die Frauen nur Bewährungsstrafen.

Bei den Einbrüchen öffneten die Täter die abgesperrten Zimmertüren mit Brecheisen und Schraubenzieher. Bei einem Einbruch im mittelfränkischen Bad Windsheim ließen sie im Apartment einer Seniorin Schmuck im Wert von rund 40 000 Euro mitgehen. Aus einer Wohnung in einem Altenheim in Hamburg entwendeten sie einen Tresor, in dem 100 000 Euro in Form von Wertpapieren waren.

Die Auswertung von Handydaten aus dem Raum Nürnberg führte die Polizei auf die Spur der Angeklagten. Bei einem Einbruch in Norddeutschland klickten dann die Handschellen - zwei der Angeklagten wurden auf frischer Tat ertappt. Die weiteren Ermittlungen führten zum mutmaßlichen dritten Täter.

Auch bei einem Geständnis muss das Gericht die Glaubwürdigkeit der Aussagen überprüfen. Die Beweisaufnahme kann in der Regel jedoch wesentlich schneller abgeschlossen werden.

dpa

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