1. Startseite
  2. Bayern

Weißenburg-Gunzenhausen: Lage, Geschichte, Wirtschaft, Politik und Sehenswürdigkeiten

Erstellt:

Kommentare

Altes Rathaus mit Schweppermannsbrunnen, Marktplatz, Altstadt, Weißenburg
Altes Rathaus in Weißenburg © Raimund Kutter / IMAGO

Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen entstand durch die Zusammenführung verschiedener Gemeinden im Rahmen der bayerischen Gebietsreform. Sie wurde in den 1970er-Jahren zur kommunalen Neuordnung durchgeführt.

Weißenburg – Am 1. Mai 1973 erhielt der neu geschaffene Landkreis, der seit seiner Gründung im Jahr zuvor „Landkreis Weißenburg in Bayern“ hieß, seinen heutigen Namen „Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen“. Mit dieser Umbenennung war die Neugliederung der Region weitgehend abgeschlossen, aus der dieser neue Landkreis hervorgegangen war.

+++ Alle Geschichten und News aus ganz Bayern finden Sie auf Merkur.de/bayern, für Nürnberg und Franken besuchen Sie unser brandneues, gleichnamiges Ressort. +++

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: Lage und Geografie

Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen liegt zentral in Bayern südlich der Metropole Nürnberg. Seit einiger Zeit wird diese Region auch als „Altmühlfranken“ bezeichnet. Die Zugehörigkeit zur Metropolregion Nürnberg und das Angrenzen an die Metropolregion München stellen einen großen wirtschaftlichen Vorteil für diesen Landkreis dar.

Auf dem Gebiet des Landkreises befinden sich drei unterschiedliche Naturräume:

Die höchste Erhebung im Landkreis ist der Efferaberg (645 Meter), gefolgt vom Spielberg (643 Meter) und dem Laubbichel (636 Meter). Das Gebiet des Landkreises weist einen Höhenunterschied von knapp 300 Metern auf.

Der Fluss Altmühl durchfließt den Landkreis auf einer Länge von knapp 52 Kilometern Länge. Darüber hinaus befinden sich unter anderem die folgenden Fließgewässer im Kreisgebiet:

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: Die Geschichte von den Anfängen bis ins frühe Mittelalter

In der Region lebten bereits in der Mittel- und Jungsteinzeit verschiedene Volksstämme. In der Jungsteinzeit kam es zu ersten bäuerlichen Siedlungen. Zahlreiche archäologische Funde belegen die Existenz von Bauernhöfen und Befestigungsanlagen. Im weiteren Verlauf der Geschichte ließen sich Kelten auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen nieder. Im Jahr 15 gründeten die Römer in Bayern eine neue Provinz, die sie „Raetia“ nannten. Sie erstreckte sich auch in die Region um Weißenburg und Gunzenhausen. Die Kelten zogen sich daraufhin zurück. Die Römer bauten bei Weißenburg das Kastell Biriciana und bauten es zu einer kleinen Stadt aus. Um die Mitte des 3. Jahrhunderts verließen die Römer die Region wieder, um sich in die südlich der Donau gelegenen Gebiete zurückzuziehen.

Die Alemannen hatten die Römer angegriffen und die Region erobert. Kurze Zeit später verdrängten die Franken diesen germanischen Volksstamm. Seit dem 6. Jahrhundert christianisierten irische Mönche die Bevölkerung.

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: Die Geschichte im weiteren Verlauf des Mittelalters

Im Zuge der fortschreitenden Christianisierung entstanden im 8. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen zahlreiche Klöster und Bistümer. In dieser Zeit erfolgte der Ausbau des Ortes Weißenburg zu einer Königspfalz.

Kaiser Karl der Große plante, die Fossa Carolina zu bauen, um eine Verbindung für den Schiffsverkehr zwischen der Rezat und der Altmühl herzustellen. Es ist unter Historikern umstritten, ob dieses Projekt gelang. Heute sind als Überreste Erdwälle und eine aufgestaute Wasserfläche erhalten.

Obwohl Weißenburg während des Hochmittelalters stark an Bedeutung gewann, stammt die erste urkundliche Erwähnung als Stadt von 1241. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde Weißenburg zur Reichsstadt.

Der Ort Ellingen avancierte zum Mittelpunkt der Deutschordensballei Franken. In der Folge ließen sich im Umland viele Ritter nieder und kauften Güter. Der Bayerische Krieg wirkte sich von 1420 bis 1422 negativ auf viele Orte und Landstriche der Region aus. Durch Kriegshandlungen wurden zahlreiche Ortschaften geplündert, niedergebrannt oder auf andere Weise zerstört.

Maximilian I. gründete 1500 den Fränkischen Reichskreis, um Franken zu befrieden. Auch die folgenden Teile des heutigen Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen wurden in diese Organisation aufgenommen:

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: Die Geschichte von der Reformation bis in die Neuzeit

Im Verlauf des 16. Jahrhunderts konnte sich die Reformbewegung in weiten Teilen des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen durchsetzen. Lediglich das Hochstift Eichstätt und das Gebiet des deutschen Ritterordens blieben katholisch. Darüber hinaus kam es in dieser Epoche zu Bauernaufständen beziehungsweise -kriegen, die blutig niedergeschlagen wurden. Die katholische Geistlichkeit initiierte mehrere Prozesse gegen Hexen, die mit deren Hinrichtung endeten.

Ab 1631 zog der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) die Region mit verheerenden Folgen in Mitleidenschaft. Marodierende Truppen brandschatzten und zerstörten nahezu alle Dörfer. Es kam zu lang anhaltenden Hungersnöten. Als sich zusätzlich auch Pestepidemien ausbreiteten, führten diese Entwicklungen in vielen Gegenden zum Tod von mehr als der Hälfte der Einwohner.

Nach dem Ende dieses Krieges ließen sich viele verfolgte Hugenotten und österreichische Protestanten in der Gegend nieder und unterstützen den Wiederaufbau. 1792 wurde das ehemalige Markgrafentum Ansbach zu einem preußischen Gebiet.

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: Die Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert

Die Napoleonischen Kriege suchten das Gebiet des heutigen Landkreises schwer heim. Wechselnde Truppen besetzten die Region. 1803 erfolgte die im Reichsdeputationshauptbeschluss festgelegte Säkularisation und damit die Auflösung von Bistümern. Das Hochstift Eichstätt kam zum gleichnamigen Fürstentum, das von Erzherzog Ferdinand von Toskana beherrscht wurde. 1806 wurde dieses Herrschaftsgebiet in das Königreich Bayern eingegliedert.

1849 schuf der Anschluss an die Ludwigs-Süd-Nord-Bahn die Voraussetzung für einen lang anhaltenden Aufschwung der Wirtschaft. Die Industrie entwickelte sich in den Gründerjahren expansiv.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Region zu einer amerikanischen Besatzungszone. Zahlreiche aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Geflohene ließen sich hier nieder.

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: Die Gründung des Landkreises

Mit Wirkung zum 1. Juli 1972 entstand der neue Landkreis im Rahmen der Gebietsreform in Bayern. Er hieß zunächst Landkreis Weißenburg in Bayern und bestand aus diesen Teilen:

Durch Umbenennung am 1. Mai 1973 erhielt der Landkreis den Namen „Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen“.

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: Verwaltung und Einwohner

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen leben knapp 97.000 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte beträgt 98 Einwohner je Quadratkilometer (Stand: 31. Dezember 2019).

Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen besteht aus insgesamt 27 Gemeinden. Dazu gehören unter anderem die folgenden Städte:

Die mit Abstand größte Stadt ist dabei Weißenburg, sie hat einschließlich der Ortsteile knapp 19.000 Einwohner. In Gunzenhausen leben knapp 17.000 Bürgern. Weißenburg fungiert als Kreisstadt.

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: Politik und Wirtschaft

Die CSU prägt die Politik im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen maßgeblich. Die bayerische Partei stellt auch den seit 2020 amtierenden Landrat, Manfred Westphal.

Die Kommunalwahlen am 15. März 2020 wurden von der CSU gewonnen, sie sicherte sich 26 der insgesamt 60 Sitze.

Beim Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen handelt es sich um eine seit vielen Jahrzehnten wirtschaftlich prosperierende Region. Der Tourismus spielt dabei eine zunehmend bedeutende Rolle. Darüber hinaus sind hier auch zahlreiche Unternehmen aus verschiedenen Branchen ansässig, unter anderem:

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen: Sehenswürdigkeiten

Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen bietet zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten. So hat zum Beispiel Weißenburg eine attraktive Altstadt mit den folgenden Gebäuden:

Das Zentrum von Gunzenhausen ist als barocke Residenz erbaut worden und stellt ein attraktives touristisches Ziel dar. Auch die Pappenheimer Burg in der Altmühlschleife ist eine beliebte Sehenswürdigkeit im Landkreis. Das Gleiche trifft auf die Altstadt von Ellingen zu.

Im Landkreis können Einheimische und Gäste über 20 Museen besuchen. Das Gunzelhausener Museum für Ur- und Frühgeschichte präsentiert in einer Dauerausstellung zahlreiche archäologische Exponate, die bei Grabungen in der Region gefunden wurden. Das Pleinfelder Heimatmuseum und das Reichsstadtmuseum Weißenberg informieren über die Geschichte der Städte und das Leben ihrer Bürger in früheren Zeiten. Im Brauereimuseum können Besucher erfahren, wie Bier in der Vergangenheit und heute hergestellt wird.

Auch interessant

Kommentare