Imker kämpft für Gen-Pollen freien Honig

München - Hunderte Kilo Honig musste Karl Heinz Bablok vernichten. Sein Produkt war gentechnisch verändert - wegen eines staatlichen Versuchsgut, das an sein Gelände grenzt. Der Imker zog vor Gericht.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) verhandelt seit Freitag den Streit zwischen einem Imker und dem Freistaat um mit gentechnisch veränderten Pollen verunreinigten Honig. Der Hobbyimker Karl Heinz Bablok aus dem schwäbischen Kaisheim (Landkreis Donau-Ries) will durchsetzen, dass Bayern zu Schutzmaßnahmen verpflichtet wird, so dass sein Honig nicht mit Pollen des lebensmittelrechtlich nicht zugelassenen Maises Mon 810 verunreinigt wird.

Babloks hatte geklagt, nachdem 2003 in seiner Nachbarschaft auf einem staatlichen Versuchsgut der Mais der Firma Monsanto angebaut wurde. Allerdings gilt in Deutschland seit 2009 ein Anbaustopp für diesen Mais.

Finger weg: Diese Lebensmittel sind ungesund

Finger weg: Diese Lebensmittel sind ungesund

Das Münchner Gericht unter Vorsitz von Richter Rainer Schenk will unter anderem prüfen, ob überhaupt die Gefahr einer Wiederholung besteht, ob also bei einem erneuten Anbau Babloks Honig noch einmal mit Pollen verunreinigt werden könnte. Dabei gehe es um das Rechtsschutzbedürfnis des klagenden Imkers, sagte Schenk. “Da tappen wir noch etwas im Dunkeln“, sagte der Richter.

“Es ist nicht geplant, Mon 810-Mais anzubauen“, meinte der Rechtsvertreter des Freistaats, Oberlandesanwalt Achim Seidel. Das gelte unabhängig von dem Anbaustopp. Der Anbauversuch sei im November 2008 eingestellt worden. “Pläne kann man ja auch ändern“, warnte hingegen Babloks Anwalt Achim Willand. “Wir sehen die Wiederholungsgefahr nicht ausgeräumt.“

Bereits in erster Instanz hatte das Verwaltungsgericht Augsburg festgestellt, dass Imkereiprodukte wesentlich beinträchtigt seien, soweit sie nachweisbar Pollen des Maises 810 enthalten.

lby

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Friederike“: Pausenlose Einsätze für Feuerwehr und Polizei in Bayern
Sturmtief Friederike erreichte Bayern - genau zum Jahrestag von Orkan Kyrill aus dem Jahr 2007. In unserem Newsblog halten wir Sie auf dem Laufenden.
„Friederike“: Pausenlose Einsätze für Feuerwehr und Polizei in Bayern
Arbeiten mit Gegenwind: Diese Bayern trotzten „Friederike“
Wer am Donnerstag draußen schuften musste, war nicht zu beneiden. Vier Menschen haben uns verraten, wie sie ihren Arbeitstag mit Gegenwind erlebt haben.
Arbeiten mit Gegenwind: Diese Bayern trotzten „Friederike“
Rauschgiftfahnder nehmen neun Tatverdächtige fest
Nach einer Razzia im Drogenmilieu in Unterfranken haben Rauschgiftfahnder neun Tatverdächtige festgenommen. Bei der Aktion wurden zwölf Wohnungen durchsucht.
Rauschgiftfahnder nehmen neun Tatverdächtige fest
Während Evakuierung in Augsburg: Mann blieb und soll geklaut haben
Am 25. Dezember 2016 mussten 54 000 Augsburger ihre Wohnungen in der Altstadt für die größte Bomben-Evakuierung der Nachkriegszeit verlassen. Die Zeit nutzte Seref B. …
Während Evakuierung in Augsburg: Mann blieb und soll geklaut haben

Kommentare