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Verdacht in Bayern: Arzt soll Impfnachweise gefälscht haben – Praxis durchsucht

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Von: Katarina Amtmann

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Eine Praxis in Schwaben wurde durchsucht. Der Verdacht: Es wurden Corona-Impfnachweise gefälscht. Das Landratsamt veröffentlichte sogar den Namen des Arztes.

Wemding - Eine kurze Pressemitteilung der Polizei Schwaben Nord vom Donnerstag sorgte für Aufsehen. Kräfte der Kriminalpolizei Dillingen hätten demnach am Mittwoch (29. September) die Privat- und Praxisräume eines niedergelassenen Arztes in einer Verwaltungsgemeinschaft im Landkreis Donau-Ries* durchsucht. „Es besteht der Verdacht, dass es bei Impfungen* gegen das Covid-19-Virus* durch den Mediziner zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist“, heißt es in der Pressemitteilung, die in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Augsburg* veröffentlicht wurde, weiter.

Im Rahmen der Ermittlungen werde überprüft, „ob dokumentierte Impfungen* gegen das Covid-19-Virus tatsächlich stattgefunden haben.“ Die Ermittlungen befinden sich noch im Anfangsstadium. Vor der Auswertung der sichergestellten Beweismittel können deshalb keine weitergehenden Angaben gemacht werden.

Verdacht in Schwaben: Arzt soll Impfnachweise gefälscht haben - Landratsamt warnt

Einen Tag später reagierte auch das Landratsamt Donau-Ries. Am Freitag warnte die Behörde, die Impfnachweise zu
verwenden. „Im Falle einer Verwendung des Nachweises (Impfbuch und digitales Impfzertifikat) können strafrechtliche Konsequenzen drohen“, heißt es. Die betroffenen Patienten müssten bis auf weiteres wie Ungeimpfte behandelt werden.

Unklar blieb zunächst, ob den Patienten falsche Spritzen verabreicht wurden oder ob Impfungen* - dann wohl mit Wissen der Patienten - gänzlich unterblieben und nur vorgetäuscht wurden. Es bestehe jedenfalls die Gefahr, dass bei Patienten, die einen in der Praxis ausgestellten Impfnachweis erhalten haben, kein ausreichender Impfschutz bestehe. Das Landratsamt veröffentlichte sogar den Namen des Arztes.

Verdacht gegen bayerischen Arzt - Patienten müssen nun Antikörpertest machen

„Patienten, die sich in dieser Praxis einer Covid-19-Schutzimpfung unterzogen haben, benötigen zur Abklärung des Impfschutzes einen Antikörper-Test“, heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes weiter. Unter Beteiligung des Gesundheitsamtes und mit Unterstützung des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) solle ein einheitlicher Labornachweis geführt werden. Die genauen Modalitäten zum Ablauf des Antikörper-Nachweises sollen demnächst auf der Website des Landratsamtes Donau-Ries unter (donau-ries.de/aktuelles) veröffentlicht werden.

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Hat bayerischer Arzt Corona-Impfnachweise gefälscht? „Sauerei hoch 18“

„Wenn das so stimmt, dann ist das eine Sauerei hoch 18“, erklärte Sebastian Völkl, Sprecher der Hausärzte im Landkreis Donau-Ries gegenüber dem Bayerischen Rundfunk (BR). Ein schwarzes Schaf könne einen ganzen Berufsstand in Misskredit bringen. Auch Jakob Berger von der Kassenärztlichen Vereinigung in Augsburg sprach von einer „Schande für den Berufsstand“, sollten die Vorwürfe der Wahrheit entsprechen. Aber: Zunächst gelte immer die Unschuldsvermutung.

Bayerischer Arzt soll Impfnachweise gefälscht haben - Welche Konsequenzen drohen?

Doch wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten sollten: Welche Konsequenzen drohen dem Arzt? „Was er auf jeden Fall verlieren könnte, ist seine Kassenzulassung, wenn ihm die jetzt im Raum stehenden Vergehen nachgewiesen werden“, sagte Völkl der BamS. Ob er auch seine Approbation, also die Erlaubnis als Arzt zu arbeiten, verliere, müsse das Gesundheitsministerium entscheiden. (kam mit dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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