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Die Agentur für Arbeit hat in Bayern im Februar weniger Arbeitslose als im Januar gezählt. 

Zahl sinkt im Februar auf 273 000

Weniger Arbeitslose in Bayern

Nürnberg - 3000 Arbeitslose weniger als noch im Januar hat die Arbeitsagentur im Februar gezählt. Aktuell sind in Bayern rund 273 000 Menschen ohne Job. Die Zahl soll weiter sinken.  

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Februar leicht gesunken. Etwa 273 000 Männer und Frauen waren zuletzt im Freistaat ohne Job, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Das waren rund 3000 weniger als im Januar, und sogar etwa 15 600 weniger als vor einem Jahr. 

Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 3,8 Prozent. „Auch im Februar blicken wir mit Zuversicht auf die Lage des bayerischen Arbeitsmarktes“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart. Die Winter-Arbeitslosigkeit gehe zurück und die Nachfrage nach Beschäftigten steige. Durch die Frühjahrsbelebung werde die Arbeitslosigkeit bald noch deutlicher zurückgehen.

„Die gemeldeten Arbeitsstellen und auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten befinden sich im Aufwärtstrend“, sagte Holtzwart. Ende Dezember hatten in Bayern nach Hochrechnungen 5,36 Millionen Menschen einen regulären Job. Die Zahl der offenen Stellen stieg zuletzt um rund 36 000 auf fast 109 000. Holtzwart: „Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Grundstimmung und der optimistischen Ausblicke der Unternehmen wird weiterhin ein hoher Bedarf an Arbeitskräften für die kommenden Monate erwartet.“

Ilse Aigner warnt vor Rückzug der Agenda 2010

Staatsregierung und Arbeitgeber warnten derweil davor, Teile der Agenda 2010 rückgängig zu machen - wie SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz es gefordert hatte. „Jetzt die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes zu verlängern, wäre das absolut falsche Signal“, sagte Arbeitsministerin Müller. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ergänzte: „Schulz' Polemik ist nicht nur völlig unangebracht, sie ist auch gefährlich: Sie unterstellt ohne Fachwissen eine soziale Ungleichheit, die es so nicht gibt.“

Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, sagte, die gute Arbeitsmarktlage gehe maßgeblich auf die Agenda 2010 zurück. „Daher bereiten uns Signale im beginnenden Wahlkampf große Sorge, die hier eine Rolle rückwärts und eine weitere Einschränkung der Flexibilität der Unternehmen befürchten lassen“, sagte Brossardt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte, die gute Arbeitsmarktlage zu nutzen, um sogenannte atypische Beschäftigung wie Leiharbeit und Minijobs zu bekämpfen. Fast 40 Prozent der Arbeitsplätze in Bayern entfielen mittlerweile auf solche Jobs. Seit 2003 sei ihre Zahl von 1,4 Millionen auf mehr als 2,2 Millionen gestiegen. „Viele dieser Beschäftigungsformen produzieren vor allem eines: Unsicherheit“, kritisierte Bayerns DGB-Chef Matthias Jena.

dpa/lby

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