Weniger bayerische Studenten bekommen Bafög

Weniger Studenten haben in Bayern im vergangenen Jahr Bafög bekommen. Rund 72 000 Studenten erhielten die staatliche Förderung, 2015 waren es noch mehr als 77 000.

München - Das geht aus den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor und entspricht in etwa einem Rückgang von sieben Prozent. Dafür bekamen die Studenten im Schnitt etwas mehr Geld: 438 Euro, 16 Euro mehr als 2015.

Der maximale Betrag liegt seit dem Wintersemester 2016/17 bei 735 Euro im Monat. Damit waren nicht nur die Förderungsbeträge erhöht, sondern auch die Freibeträge für Einkommen der Eltern und Vermögen der Studenten angehoben worden. Bundesweit sollten dadurch zusätzlich 110 000 Studenten gefördert werden. „Es bestätigt sich: Die jüngste Bafög-Erhöhung kam zu spät und sie fiel zu niedrig aus“, sagte Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, zu den sinkenden Zahlen von Bafög-Studenten.

Hauptfinanzquellen: Eltern und Nebenjobs

Eine Studie des Deutschen Studentenwerks hat unterdessen den Anteil der Studenten erhoben, die Bafög bekommen. Demnach bezogen 16 Prozent der bayerischen Studenten im Sommersemester 2016 die Förderung. Der Anteil war damit deutlich geringer als noch im Sommersemester 2012 (22 Prozent). Viele Studenten finanzieren sich somit über ihre Eltern oder Nebenjobs.

Während die Zahl der Geförderten gesunken ist, steigt nämlich die Zahl der Studenten. Knapp 378 000 Menschen waren im Wintersemester 2016/17 an bayerischen Hochschulen eingeschrieben, rund 46 000 mehr als 2012.

570 Euro bekamen bayerische Studenten der Studie zufolge im Schnitt von ihren Eltern. Knapp ein Viertel hatte den Eindruck, Vater und Mutter finanziell zu überfordern. 69 Prozent arbeiteten zudem neben dem Studium und verdienten im Schnitt 370 Euro pro Monat. Insgesamt hatten Studenten monatlich 931 Euro zur Verfügung, deutlich mehr als ein Student, der den vollen Bafögsatz erhält.

Weniger Eltern ohne Akademiker-Abschluss

Bafög soll jungen Menschen den Einstieg ins Studium erleichtern, zum Beispiel Kindern, deren Eltern keinen akademischen Abschluss haben. Deren bundesweiter Anteil ist aber gesunken. 1994 lag er bei 65 Prozent, 2016 nur noch bei 48 Prozent.

Die Studie gibt seit 1951 auch Aufschluss über die Ausgaben von Studenten. Antworten von bundesweit mehr als 55 000 Studenten wurden dazu ausgewertet, darunter 9600 aus Bayern.

Für ihre Miete gaben die bayerischen Studenten im Schnitt 333 Euro aus, etwas mehr als 2012 (308 Euro). Wohnheimsplätze sind begehrt, sie kosten im Freistaat durchschnittlich 100 Euro weniger als andere Unterkünfte. Die sechs bayerischen Studentenwerke bieten rund 37 000 Plätze an. Nur jeder zehnte Student hat Chancen auf einen Wohnheimsplatz.

166 Euro im Monat für Essen

Für Ernährung gaben Studenten in Bayern 166 Euro monatlich aus. 69 Prozent aßen mindestens einmal in der Woche in der Mensa zu Mittag. Die 149 gastronomischen Einrichtungen der Studentenwerke setzten im vergangenen Jahr 55 Millionen Euro um. Manche Gerichte gab es schon für 1,20 Euro; die teuersten kosteten 5,85 Euro.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Meistgelesene Artikel

Nach Bomben-Fund: A3 zeitweise gesperrt - mehrere Wohnhäuser evakuiert
Nach dem Fund einer Bombe hat die Polizei die A3 am Dienstagabend gesperrt. Autofahrer hatten mit Einschränkungen zu kämpfen.
Nach Bomben-Fund: A3 zeitweise gesperrt - mehrere Wohnhäuser evakuiert
Waldbrand bei Ruhpolding gelöscht
Bei trockenem Wetter steigt die Waldbrandgefahr auch in Bayern an. Im News-Blog berichten wir über gefährdete Gebiete und informieren Sie über aktuelle Brände.
Waldbrand bei Ruhpolding gelöscht
Hunderte Hater strömen in 40-Seelen-Dorf: YouTuber „Drachenlord“ sorgt für Großeinsatz der Polizei
In einem 40-Seelen-Dorf in Mittelfranken herrschte am Montag ein Ausnahmezustand. Hunderte Menschen hatten sich versammelt, um gegen einen YouTuber zu protestieren. 
Hunderte Hater strömen in 40-Seelen-Dorf: YouTuber „Drachenlord“ sorgt für Großeinsatz der Polizei
Gezielte Reaktion auf AfD-Programm: Künstler wollen „Heimat“-Begriff wieder aufpolieren
Die Aktion „Künstler mit Herz“ will einen geschundenen Begriff wieder aufpolieren und greift dazu auf ungewöhnliche Mittel zurück.
Gezielte Reaktion auf AfD-Programm: Künstler wollen „Heimat“-Begriff wieder aufpolieren

Kommentare