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Diese Aufnahme von Franz Müller oben stammt laut Polizei „aus dem Sommer 2010“.

Wenn die Falle irgendwann doch zuschnappt

München – „Fahndung nach Tötungsdelikt“, „Verdacht des Kreditbetrugs“ oder „Wegen Mordes gesucht“: Die Fahndungsliste des Bayerischen Landeskriminalamts im Internet ist lang. Ein Bild, ein Steckbrief, in manchen Fällen eine heiße Spur – mehr steht den Beamten oft nicht zur Verfügung, um die Verbrecher zu stellen.

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Dennoch kommt es immer wieder vor, dass die Polizei Täter nach Monaten oder sogar Jahren auf der Flucht stellen kann – sei es durch Routinekontrollen oder akribische Ermittlungsarbeit.

Wir haben einige prominente Fälle zusammengestellt: Alle Täter versteckten sich über einen langen Zeitraum – bis die Falle doch noch zuschnappte.

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Sven Kittelmann

Der Geldtransport-Fahrer überredet seinen Beifahrer an der A 8 bei Sulzemoos (Kreis Dachau) zum Aussteigen und flüchtet mit 3,6 Millionen Euro. 15 Monate später, im April 2008, kontrollieren Beamten ihn zufällig im Zug von Nürnberg nach Dresden. Kittelmann, damals 32, zeigt brav seinen Personalausweis. Gefragt, ob er schon mal mit der Polizei zu tun hatte, sagt er: „Nee.“ Dann klicken die Handschellen.

Francesco Alfonzetti

misshandelt 2001 bei Bad Bayersoien (Kreis Garmisch-Partenkirchen) die Mutter seiner Freundin, überfährt sie mehrfach und setzt sich ab. Die Polizei ermittelt jahrelang, identifiziert mühsam das Opfer und stellt per Isotopen-Analyse den ehemaligen Wohnort in Brindisi, Italien, fest. Dort hat sich die Tochter des Opfers erschossen, ihr Abschiedsbrief belastet Alfonzetti. Er wird in Italien gefasst und 2007 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Alexander Renz

Nach dem Mord an seiner Ex-Freundin in Mespelbrunn (Kreis Aschaffenburg) taucht er ab, aber immer wieder in der Region auf, etwa um von Verwandten EC-Karten zu klauen und Geld an Automaten abzuheben. Dann hilft Kommissar Zufall: Nach knapp einem Jahr Flucht wird Renz im Juli 2009 von der französischen Polizei verhaftet, als er in Colmar aus dem Zug steigt und kontrolliert wird.

Werner Mazurek

Mehr als 15 000 Spuren führen die Polizei fast 29 Jahre nach dem grausamen Erstickungstod der kleinen Ursula in Eching am Ammersee zu Werner Mazurek. Der ist zur Tatzeit 31 und betreibt in Utting eine „Fernsehklinik“. Über die Tonfolge des Erpresseranrufs rekonstruieren die Ermittler das Modell des Tonbandgeräts. Das finden sie bei Mazurek, der inzwischen in Norddeutschland lebt. Urteil: lebenslänglich.

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