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Viele Waffenbesitzer sind zu ihrer Pistole durch eine Erbschaft gekommen. Doch auch Liebhaber-Stücke wie diese kunstvoll verzierte Flinte müssen ordnungsgemäß aufbewahrt werden.

So kontrollieren die Landkreise

Wenn die Pistole unterm Bett liegt

München  - Eine Aktion im Kreis München hat gezeigt: Viele Bürger bewahren ihre Waffen nicht ordnungsgemäß auf. Doch wie versuchen andere Landkreise, diesen Waffenbesitzern auf die Schliche zu kommen?

Als Johann Unterreitmeier am Samstag vor einer Woche bei dem älteren Ehepaar im Kreis München klingelt, wird er freundlich empfangen. „Wo bewahren Sie denn Ihre Waffe auf“, fragt der Abteilungsleiter des Landratsamtes. Der Senior führt Unterreitmeier bereitwillig in den Keller – aus einem gewöhnlichen Schrank in der Ecke zieht er das Gewehr, die Munition liegt direkt daneben. Unterreitmeier spricht den Mann auf die große Gefahr an, zum Beispiel, wenn dessen Enkelkinder die Waffe finden. „Ach, die ist doch so gut versteckt“, bekommt er zu hören.

Bei einer Schwerpunktaktion haben 24 Mitarbeiter des Landratsamtes unangemeldet Waffenbesitzer kontrolliert. Die Mängel sind eklatant: Fast 90 Prozent verwahrten ihre Waffen nicht ordnungsgemäß auf – in vielen Fällen aus Unwissenheit, sagt Unterreitmeier. Wir haben stichprobenartig nachgefragt, wie andere Kommunen die gefährlichen Irrtümer aufdecken.

Im März hat der Kreis Weilheim-Schongau an drei Tagen unangemeldet kontrolliert. 12 Waffenbesitzer wurden besucht. Bei jedem zweiten wurden „erhebliche Mängel“ festgestellt. „Eine Pistole ist im Wandschrank aufbewahrt worden“, berichtet Abteilungsleiter Helmut Stork. Die Strafen reichen von Bußgeld bis zum Entzug der Waffenbesitzkarte.

40 Waffenbesitzern wurde im Kreis Garmisch-Partenkirchen bei unangemeldeten Kontrollen im Februar und März auf den Zahn gefühlt. Vereinzelt gab es Beanstandungen, so Sprecher Michael Kleissl. Diese wurden mit den Betroffenen geregelt.

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Gewehr in der Wäsche: Waffenbesitzer total sorglos

Wie im Kreis Ebersberg wird in allen Landkreisen verfahren: Waffenbesitzer werden aufgefordert, die korrekte Aufbewahrung von Pistolen und Gewehren nachzuweisen. Der Bürger muss zum Beispiel ein Foto von dem Waffenschrank schicken. Eine konzertierte Aktion sei bislang nicht geplant. „Das ist eine Personalfrage“, so Sprecherin Evelyn Schwaiger.

Ulrich Dax, im Kreis Fürstenfeldbruck zuständig für Waffenrecht, führt schon seit 2003 verdachtsunabhängige Kontrollen durch. Immer wieder findet er alte Gewehre im Besenschrank oder unter dem Bett. Bei jeder zweiten Rückmeldung im Zuge der Anschreibe-Aktion besteht Klärungsbedarf.

Im Kreis Miesbach werden nach und nach 4600 Waffenbesitzer angeschrieben. „Aber Rücklauf ist groß“, sagt Sprecher Frank Skodczinski. Etwa 200 davon hätten bislang auch auf ein zweites Mahnschreiben nicht reagiert. Dieser Restbestand werde jetzt überprüft. „Man muss auf jeden Fall mit einer Kontrolle rechnen.“

Bislang gibt es keine unangemeldeten Kontrollen im Kreis Freising. Bei fünf Prozent der Rückmeldungen von 3300 Waffenbesitzern müssen die Sachbearbeiter nachhaken. In manchen Fällen geht der Mitarbeiter zu den Betroffenen, um zu beraten.

Ende des Jahres werden im Kreis Starnberg alle 3040 Waffenbesitzer angeschrieben sein. Bislang seien über 50 Prozent der Rückmeldungen nicht in Ordnung, so Sprecher Stefan Diebl. Ein positiver Nebeneffekt sei, dass 13 Prozent der Besitzer den Aufwand scheuen und die Waffen abgeben.

Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen vertraut man auf „Selbstreinigung“, sagt Norbert Winke, zuständig für Waffenrecht. Etwa 60 Waffen seien bereits abgegeben worden, weil viele Besitzer nicht in einen neuen Schrank investieren wollen.

Im Landkreis Erding werden bis zum Jahresende 4000 Waffenbesitzer Zug um Zug zum Nachweis der Aufbewahrung aufgefordert. Aktuell bohren die Mitarbeiter in 30 Fällen nach. „Hier wäre ein unangemeldeter Hausbesuch ein möglicher nächster Schritt“, teilt Sprecherin Christina Centner mit.

Ein Revolver als Dekoration an der Wand – das war das einzige negative Beispiel einer unangemeldeten Kontrolle im Kreis Rosenheim.

In der Stadt München ist die Zahl der Waffenbesitzer seit der Gesetzesänderung 2009 von 18 000 auf 13 500 zurückgegangen. Zwei Mitarbeiter sind für unangemeldete Kontrollen abgestellt.

Von Carina Lechner

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