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Wespen lieben Süßigkeiten - auch wenn das den Menschen manchmal nicht passt.

Die Wespen-Hochsaison beginnt erst noch

Die Wespen summen durch Bayern. Panik muss Mensch vor den Tieren nicht haben. Sie wollen nur Süßes. Und sauer werden ist die denkbar ungünstigste Reaktion.

Ein entspanntes Frühstück am See genießen. Der Wind weht um die Nase und dann in eine süße Semmel samt Wespe beißen: Schreckliche Vorstellung! Gäste des Seehotels Schlierseer Hof in Schliersee (Kreis Miesbach) wollten ihren Traum eines perfekten Morgens nicht zum Alptraum werden lassen und zogen beim Anblick umherschwirrender Insekten die Notbremse. „Sie haben die Wespen gesehen und die Flucht ergriffen“, erzählt Inhaberin Ute De Alwis. „Schade, aber es ist nicht auszuhalten.“

Genau wegen solcher Schilderungen geisterten Schlagwörter wie „Wespenjahr“ und „Plage“ durch die Medien. Doch das sei unangebracht, sagt Christine Margraf. Sie ist Artenschutzreferentin beim Bund Naturschutz Bayern (BN) und weiß, dass heuer nicht mehr der Tierchen summen. Doch die Hochsaison beginnt erst im September. Und deswegen müssten Mensch und Tier versuchen, miteinander auszukommen. „Bislang habe ich noch keine Fallen aufgestellt“, sagt De Alwis. Aber lange warten könne sie nicht mehr – es gehe auch um das Geschäft.

Wer Angst vor Wespen hat oder sogar gegen deren Stiche allergisch ist, der kann durchaus mit Panik auf den Anblick der Tiere reagieren. Artenschutzreferentin Margraf schwört hier trotzdem auf den so leicht gegebenen Rat: „Ruhig verhalten.“ Die Tiere seien nämlich keinesfalls von Haus aus aggressiv. Zwei der Arten seien zwar reizbarer als der Rest, „aber sie reagieren nur so, wenn der Mensch sie angreift“, so Margraf. Und wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen. „Dann ergreifen sie die Flucht nach vorne.“

Mit Angst-Attacken kennt sich auch Ingo Roeske von der Wasserwacht Wolfratshausen aus. Am Starnberger See, Erholungsgelände Ambach, hatte eine 35-Jährige eine Wespe verschluckt. „Sie kam panisch zu uns“, erzählt Roeske. Und bei ihrem Anblick „wurden wir auch nervös.“ Stiche in den Mund können lebensgefährlich sein. „Sie war aber in den Harten Gaumen gestochen worden. Der schwillt nicht an.“ Mit Eiswürfeln war alles erledigt. Haben die Wasserwachtler normalerweise einen Wespenstich am Tag zu behandeln, hatten sie kürzlich an zwei Tagen gleich ein Dutzend Fälle zu betreuen.

Weitere Zahlen: „Deutschlandweit sterben jährlich etwa 40 Personen an Wespenstichen, meist wegen einer Allergie“, sagt Peter Sefrin, Landesarzt des BRK. 0,8 bis 5 Prozent der Menschen hätten eine solche Überempfindlichkeit. Der Stich einer Wespe ist im Regelfall eine „harmlose Geschichte“, sagt Professor Thomas Fuchs, Allergologe von der Universitätsmedizin Göttingen. Kühlen, eine Zwiebel auf die Stichstelle – und nach drei Tagen ist nichts mehr zu sehen.

Breitet sich die Schwellung zum Nesselfieber aus, kommen Übelkeit, Schwindel und Atemnot hinzu, muss der Notarzt alarmiert werden. „Im schlimmsten Fall fällt man bewusstlos um und muss reanimiert werden“, so Fuchs. „Dann wurden die steigenden Warnzeichen bei vorherigen Stichen übersehen.“ Haut- und Bluttests zeigen die Allergie an, mit einer Immuntherapie kann man sich schützen. Doch generell gelte: „Ein Wespenstich ist nicht gefährlich“, sagt Sefrin. Er muss nur schnell behandelt werden.

von Angelika Mayr

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