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Ein süßes Marmeladenbrot lockt ide Insekten in Scharen. in diesem Sommer gibt es besonders viele der lästigen Wespen.

Wespen-Stiche sollen heuer besonders aggressiv sein

München/Schliersee - Kaum scheint die Sonne, und man kann auf der Terrasse Kuchen essen – da kommen sie in Scharen: Wespen sind in diesem Jahr eine echte Plage. Außerdem soll ihr Gift aggressiver wirken als früher.

Tausende Trachtler hatten sich vergangenes Wochenende in Schliersee zum 100. Gaufest des Oberlandler Gauverbands  getroffen. Schwarz-gelb gestreifte Insekten machten vielen Besuchern aber das Fest madig – und bereiteten den Rettungskräften Arbeit: Allein fünf Besucher kamen mit folgenschweren Wespenstichen zu den Sanitätern. Für zwei von ihnen endete der Tag sogar im Krankenhaus. Sie waren in die Zunge gestochen worden und litten unter massiven Schwellungen. „Beide hatten aber keine bekannte Allergie gegen Wespenstiche“, betont Dr. Florian Meier, Allgemeinmediziner und Chefarzt des BRK Kreisverbands Miesbach, der vor Ort im Einsatz war. Auch bei den anderen drei Leidensgenossen, die nicht in die Klinik mussten, seien die Anschwellungen deutlich stärker gewesen, als er es bei einem Wespenstich erwarten würde.

Seit einigen Jahren beobachtet Meier, dass die Wespenstiche immer heftigere Folgen haben. Dieses Jahr sei es aber besonders schlimm: „Alle Wespenstiche, die ich heuer behandelt habe, führten zu massiven Reaktionen.“ Kürzlich erst habe er gar eine Patientin behandelt, die nach einen Wespenstich sogar in Lebensgefahr schwebte. Dabei sei die Frau bisher gegen Wespenstiche gar nicht allergisch gewesen. „Ich denke, dass es mit dem Gift zu tun hat“, sagt Meier. Dieses könnte seiner Meinung nach aggressiver sein als sonst. Selbst bei Stichen in die Zunge – wie in den beiden Fällen beim Gaufest – müsse der Patient normalerweise nicht gleich ins Krankenhaus. Doch diesmal wirkten die Medikamente nicht.

Meiers Theorie: Immer stärkerer Einsatz von Insektiziden und verschiedene andere Umwelteinflüsse wirken sich auch auf das Gift der Wespen aus und machen dieses aggressiver.

Überdies scheint 2011 ohnehin mit einer Wespenplage „gesegnet“ zu sein. „Die Witterungsbedingungen in der Nestgründungsphase waren sehr gut“, weiß Markus Bräu vom Referat für Gesundheit und Umwelt der Stadt München. Da die Tiere „räuberisch leben“ und für ihre Brut Blattläuse und ähnliche kleine Tiere sammeln, spielte auch die Beutelage eine Rolle – und auch die fiel laut Bräu heuer optimal aus. Der Naturschutzbund Hessen spricht sogar von 30 bis 50 Prozent mehr Wespen in diesem Jahr. Durch die gute Futterlage sind die Völker auch schneller angewachsen: „Sonst bauen sich diese erst im August auf“, erklärt Martin Hänsel, stellvertretender Geschäftsführer der Kreisgruppe München von Bund Naturschutz.

Allerdings ruinieren zwei Arten den Ruf aller: „Es gibt rund 600 Wespenarten in Deutschland“, weiß Hänsel. Die Tiere, die derzeit um die Kaffeetafeln herumschwirren, sind entweder Deutsche Wespen oder Gemeine Wespen. Alle anderen kommen den Menschen nicht zu nahe.

Von Angela Fuchs

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