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Sabine Zimmerebner hielt Johann Westhauser die Hand.

Kindergarten-Leiterin scherzte mit ihm

Sie war Westhausers mentale Stütze

Berchtesgaden - Sabine Zimmerebner war bei der Rettung von Johann Westhauser aus der Riesending-Schachhölhe sechs Tage an der Seite des Verunglückten.

Zur Höhlenretterin eignet sich Sabine Zimmerebner aus einem einfachen Grund: „Weil ich sehr viele schwere Säcke tragen kann.“ Das sieht man ihr auf den ersten Blick nicht an. Die zierliche Frau hat bei der Rettung des verletzten Höhlenforschers Johann Westhauser geholfen. Sechs Tage war sie in der Riesending-Schachthöhle – und fast ständig an der Seite Westhausers.

Im normalen Leben leitet die 43-Jährige einen Kindergarten in Salzburg. Als sie von dem Unglück erfährt, ist für sie klar, dass sie hinuntersteigen wird. „Man weiß, es wird gut gehen. Man braucht eine positive Grundstimmung.“

Zimmerebner und Westhauser kannten sich schon vorher. Sie forscht auf der österreichischen Seite des Untersbergs in den Berchtesgadener Alpen, er auf der deutschen. Angesichts der vielen internationalen Helfer, sagt sie, sei klar gewesen, dass Westhauser jemanden brauche, den er kennt. Jemanden, „der ihn mental stärkt, ihm die Hand hält, ihn begleitet“, mal nur Blickkontakt hält und ihn warmhält. Dort unten bei etwa vier Grad droht einem Verletzten stets Unterkühlung.

Dabei ging es keineswegs immer todernst zu. Als Zimmerebner unten bei Westhauser ankam, der in ihrem Verein Mitglied werden wollte, scherzte sie: „Ich bin nur gekommen um dir zu sagen, dass du aufgenommen bist.“

Zimmerebner selbst war in der Luft und auf den Höhen unterwegs, bevor es sie unter die Erde zog: Sie flog Gleitschirm, war viel in den Bergen. Die Höhlenforschung, sagt sie, habe sie gereizt, weil sie so viele Disziplinen verbinde: alpinistische und naturwissenschaftliche.

Das schwierigste bei der Rettung war für Zimmerebner der Einstieg. „Unten war ich ganz klar bei der Sache.“ Die Helfer schliefen abwechselnd: Ein paar Stunden im Biwak, dann bekam der nächste den Schlafsack. „Ich habe noch nie so viele Menschen in einer Höhle gesehen.“

Fotos: Höhlenforscher gerettet

Fotos: Höhlenforscher gerettet

Trotz aller Strapazen kann sie dem Einsatz einiges abgewinnen. „Ich war ein kleines Rad in einem großen Team.“ Sie habe interessante Kollegen dort unten getroffen, es habe großer Teamgeist geherrscht. Das berichten alle, die dabei waren. Am Mittwoch stieg sie aus der Höhle, völlig übermüdet. Trotz der vielen Schlagzeilen und Strapazen hofft sie auf eins: „Ich finde es wichtig, dass die Forschung hier weitergemacht wird.“  

lby

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