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Hans Joachim Koppert vom Wetteramt und Ulrike Scharf (Bayerische Umweltministerin) stellen die neue App vor.

Schutz vor Naturkatastrophen

Neue App warnt vor Hochwasser und Hagel 

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München - Eine App gibt es mittlerweile für fast alles - auch für Hochwasser, Hagel, Gewitter. Die Applikation des Umweltministeriums und des Deutschen Wetterdienstes soll die Menschen nun noch besser vor Naturkatastrophen schützen.

Mittwoch, 13. Mai 2015. Hagelkörner von vier Zentimetern Durchmesser prasseln mit Wucht auf Dächer, Fenster und Motorhauben nieder, die Windböen werden immer heftiger. Im Zentrum des verheerenden Unwetters: Affing, eine 5000-Einwohner-Gemeinde im Kreis Aichach-Friedberg. Der Tornado schlägt eine Schneise der Verwüstung durch den bayerisch-schwäbischen Landstrich und hinterlässt Ruinen, wo wenige Minuten zuvor noch Häuser standen. Die Folgen: 178 beschädigte Gebäude, sieben Verletzte.

Der Tornado in Affing ist eines der jüngsten schweren Unwetter, die über Bayern hinwegzogen. Auch die Erinnerungen an die Schlammlawine von Oberstdorf sind noch frisch. Um vor solchen Naturereignissen besser warnen zu können, hat das Umweltministerium in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und dem Landesamt für Umwelt eine „umweltinfo“-App veröffentlicht. Sie ist für jeden kostenlos nutzbar und soll die Menschen in Bayern künftig noch schneller und individueller über bevorstehende Unwetter informieren. Gestern stellte Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) den neuen „digitalen Bodyguard für die Hosentasche“ vor.

Falls Sie einen Blick auf die Wetter-Prognose für die kommenden Tage werfen wollen: So soll der Oktober werden.

Wetter-App: Hochwasser, Glatteis oder Sturm?

Und der funktioniert so: Nach dem Download kann der Nutzer bis zu drei Orte eingeben, für die er Unwetterwarnungen erhalten möchte. „Zum Beispiel die Wohnung, den Arbeitsplatz und die Schule der Kinder“, schlägt Scharf vor. Dann kann ausgewählt werden, welche Unwetterwarnungen berücksichtigt werden sollen: Hochwasser, Sturm, Glatteis oder Lawinengefahr beispielsweise. Zusätzlich kann sich der Nutzer Umweltinformationen anzeigen lassen – etwa welche Pollen gerade besonders stark fliegen, wie die Wasserpegel in der Umgebung stehen oder wie es um die Luftqualität bestellt ist. Der Interessierte sieht sofort die Werte der nächstgelegenen Messstation.

„Der Klimawandel ist Fakt“, sagte Scharf bei der Vorstellung. Auch in Bayern sind die Anzeichen dafür klar zu erkennen. In Unterfranken herrschte im Sommer die größte Trockenheit seit 40 Jahren. „Und der Hitzetrend wird sich fortsetzen“, sagt die Ministerin. In den vergangenen 80 Jahren ist die Durchschnittstemperatur in Bayern um rund 1,1 Grad gestiegen, in den Alpen sogar um 1,5 Grad. Vier Hochwasserkatastrophen musste der Freistaat in den vergangenen 15 Jahren bewältigen. Gleichzeitig nehmen Stürme und Muren weiter zu. „Das Gesicht Bayerns wird sich verändern“, sagte Scharf. In 20 bis 30 Jahren werde Bayern mit dem Höllentalferner nur noch einen Gletscher haben. Der Klimawandel sei eine „Herkules-Aufgabe“, die es zu bewältigen gelte. „Aber wir sind auf einem guten Weg. Und unsere neue App ist ein großer Schritt nach vorne.“

Wetter-App: "Pass auf, Du musst jetzt handeln"

Wenn ein schweres Unwetter am angegebenen Ort droht, schlägt das Handy der App-Nutzer Alarm. „Das ist dann das Zeichen: Pass auf, Du musst jetzt handeln, ins Haus gehen, das Auto in die Garage fahren. Was man eben so tun kann, um den Schaden zu minimieren“, sagt Hans-Joachim Koppert vom DWD.

Die Entwicklung der App dauerte etwa ein Jahr. Die Kosten beziffert das Ministerium auf 60 000 bis 70 000 Euro. Als Konkurrenz zur bereits verfügbaren Katwarn-App wollen die Verantwortlichen die neue App nicht sehen. „Eher als Ergänzung, speziell für Bayern“, sagt Ministeriumssprecher Thomas Marzahn. Als „Mittel der Wahl“, mit dem auf Unwetter wie in Affing schneller reagiert werden kann. Damit die Menschen schon Bescheid wissen, bevor die Dachziegel fliegen.

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